Für flächendeckende Ladeinfrastruktur in Brandenburg zusätzlich 432 Punkte nötig

Unternehmen und Kommunen können sich für Projektfortsetzung bewerben

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Elektrofahrzeug an Ladesäule
Bildquelle: Eisenhans / Fotolia

Um Brandenburg flächendeckend mit Ladeinfrastruktur zu versorgen, sind 300 zusätzliche öffentliche Normal- und 132 Schnellladepunkte für Elektrofahrzeuge mindestens notwendig. So lautet das Ergebnis der Pioneer-Studie, die das Reiner Lemoine Institut (RLI) im Auftrag des brandenburgischen Wirtschafts- und Energieministeriums erarbeitet hat.

In der Studie wurden die Brandenburger Regionen auf ihr Potenzial für Elektromobilität hin untersucht und besonders geeignete Vorreiterregionen für eine Initialphase identifiziert. Im Anschluss wurden anhand von drei Beispielstandorten exemplarische Nutzungskonzepte entwickelt, die sich auf ganz Brandenburg übertragen lassen. Im letzten Schritt wurde eine sinnvolle Verteilung der Ladepunkte berechnet.

Die potenziellen Vorreiterregionen liegen den Angaben zufolge insbesondere im näheren Berliner Umland und in den regionalen Wachstumskernen. Exemplarische Nutzungskonzepte hat das RLI schließlich erstellt für die Wachstumsregion rund um den zukünftigen Hauptstadtflughafen BER, für den Fuhrpark des uckermärkischen Windenergiedienstleisters Enertrag sowie die Busflotte der Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming in Trebbin. Das Ergebnis laute, dass sich Elektromobilität bei kluger Planung überall in den Betrieb integrieren lasse.

Ausbauplan für Normal- und Schnellladepunkte entworfen

Entsprechend der Bewertung der einzelnen Gemeinden und aufbauend auf den Nutzungskonzepten für die exemplarischen Standorte entwarf das RLI anschließend einen Ausbauplan für Normal- und Schnellladepunkte. Normalladepunkte werden aufgrund ihrer geringen Ladeleistung und entsprechend langen Ladezeit vor allem an Orten benötigt, an denen Fahrzeuge länger verweilen – etwa am Arbeitsplatz, zu Hause oder an sogenannten Points of Interest (Kino, Theater, Einkaufscenter, etc.). Bei den Schnellladenpunkten wurde ein Radius von 15 km angesetzt, innerhalb dessen man die nächste Schnellladesäule finden können soll.

„Insbesondere im Berliner Umland und in den Wachstumskernen kann sich die E-Mobilität in Brandenburg gut entwickeln“, erklärt der Leiter des Forschungsbereichs Mobilität mit erneuerbaren Energien des RLI, Oliver Arnhold. „Sinnvoll verteilt, kann man mit relativ wenigen zusätzlichen Ladepunkten eine Initialinfrastruktur schaffen, die eine Mindestflächenabdeckung gewährleistet und so die weitere Entwicklung der Elektromobilität in Brandenburg ermöglicht. Dabei ist bei bestimmten Anforderungen auch der effiziente Einsatz von Wasserstoffmobilität, wie etwa Hybridtechniken, notwendig.“

Jetzt werden sieben konkrete Standorte ausgewählt

Seit 1. Juli 2017 wird die Studie mit einem Anschlussprojekt fortgesetzt. Hier werden bis zu sieben konkrete Standorte in Brandenburg für Vorreiterprojekte ausgewählt und die mögliche praktische Umsetzung untersucht und vorbereitet. Hierfür können sich Brandenburger Unternehmen und Kommunen bewerben, ein Aufruf soll demnächst folgen. Weitere Informationen zum Pione-Projekt sowie eine Übersichtskarte über die einzelnen Brandenburger Regionen sind hier zu finden.

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