Die Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), Dr. Simone Peter, hat ein Grußwort für den neuen EUWID-Report „Was mache ich mit meiner EEG-Anlage am Ende der Förderung?“ verfasst. Peter macht deutlich, dass eine Sicherung des Anlagenbestands in der Post-EEG-Phase veränderte Rahmenbedingungen erforderlich sind. Helfen würden etwa ein CO2-Preis – oder auch ein zügiger Kohleausstieg.

„Die Erneuerbare-Energie-Anlagen, die nun sukzessive nach 20 Jahren das Ende der EEG-Förderung erreichen, werden für die erfolgreiche Weiterführung der Energiewende und zur Erreichung der Klimaschutzziele dringend benötigt. Für einen erfolgreichen und guten Weiterbetrieb der Anlagen sind aber andere Rahmenbedingungen erforderlich als derzeit vorhanden. Allem voran ein Preis auf den Ausstoß von Kohlendioxid würde ihre Stellung verbessern und die vorhandenen Marktverzerrungen zu Lasten emissionsfreier Erzeugung reduzieren. Der Marktwert für Strom aus erneuerbaren Energien erhöht sich, folglich können die Anlagen wirtschaftlicher betrieben werden.

Auch ein schneller Einstieg in den Kohleausstieg würde die Wirtschaftlichkeit für Bestandsanlagen erhöhen. Dieser positive Aspekt sollte von der Kohlekommission mitberücksichtigt werden.

Für die Wirtschaftlichkeit von Wind- und Photovoltaikanlagen ist es maßgeblich, dass der CO2-Preis zügig an die tatsächlichen CO2-Kosten angeglichen wird. Als Instrumente eignen sich eine nationale CO2-Steuer sowie ein regionaler CO2-Mindestpreis – oder noch besser: eine Kombination aus beiden. Auch ein schneller Einstieg in den Kohleausstieg würde die Wirtschaftlichkeit für Bestandsanlagen erhöhen. Dieser positive Aspekt sollte von der Kohlekommission mitberücksichtigt werden.

Der Weiterbetrieb der Anlagen bringt einige positive Punkte ins Spiel – gerade deshalb, weil der Wegfall von Braunkohlekraftwerken mit ihrer starren Erzeugung die Flexibilität im System erhöht. Das kommt den Erneuerbaren zu Gute. Auch dies verbessert den Marktwert der Bestandsanlagen. Ein Beispiel: Je weniger Kernkraftwerke und Braunkohlekraftwerke auch bei negativen Preisen im Betrieb sind, desto seltener werden sie mit negativen Strompreisen konfrontiert, was insbesondere für Windenergie-Bestandsanlagen ein Thema werden könnte.

Große Möglichkeiten, Flexibilitätsoptionen ins System einzubringen, hat die Bioenergie.

Große Möglichkeiten, Flexibilitätsoptionen ins System einzubringen, hat die Bioenergie. Für sie wird es nichtsdestotrotz erforderlich sein, dass die Bestandsanlagen neu für eine Verlängerung ihrer Laufzeit ausgeschrieben werden, damit sie ihren Flexibilitätsbeitrag leisten können.

BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter (Bildquelle: BEE)

Für das Energiesystem der Zukunft spielen weitere Komponenten eine wichtige Rolle, die heutzutage noch zu wenig Beachtung finden. Zum Beispiel Speicher: Der Marktwert fluktuierender Erneuerbarer Energien lässt sich auch mit Speichern erhöhen. Und sie werden immer günstiger. Hier werden die Marktakteure absehbar spannende Lösungen finden, insbesondere, wenn die Politik schrittweise vorhandene Hürden bei Speichern beseitigen sollte. Und dann ist auch davon auszugehen, dass in der Industrie die Nachfrage nach Strom aus Erneuerbaren Quellen im nächsten Jahrzehnt steigen wird. Hiervon könnten insbesondere auch Bestandsanlagen profitieren.“

Post-EEG-Dossier im Einzelverkauf
Die Inhalte des EUWID-Dossiers zur Post-EEG-Phase können ab sofort ohne Abo-Verpflichtung im Einzelverkauf erworben werden. Das entsprechende Paket besteht aus dem digitalen Vollzugriff auf alle Berichte (und spätere Aktualisierungen) im Dossier  für einen Zeitraum von einem Jahr und der Printausgabe des EUWID-Reports: „Was mache ich mit meiner EEG-Anlage nach dem Ende der Förderung?“, der Ende November 2018 erscheint. Weitere Informationen zum Post-EEG-Paket finden Sie hier.

(Beitragsbild: BEE)

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein