Deutschland muss seine Treibhausgas (THG-)Emissionen deutlich reduzieren. Vor allem im Verkehrssektor gibt es bislang aber keine nennenswerten Verbesserungen. Im Gegenteil: Die THG-Emissionen sind in den letzten Jahren weiterhin angestiegen (mit Ausnahme des Pandemie-Jahres 2020) bzw. bewegten sich auf gleichbleibendem Niveau. Das erweist sich als schwierig mit Blick auf die Zielsetzung, die THG-Emissionen von 146 Mio. t CO2-eq im Jahre 2020 auf 85 Mio. t CO2-eq im Jahre 2030 zu vermindern.

Aus diesem Grund sind hier vermehrte Anstrengungen der Bundesregierung notwendig. Einen entscheidenden Hebel sieht sie im Einsatz erneuerbarer Kraftstoffe, vor allem in den Segmenten des Verkehrssektors, in denen die direkte Nutzung erneuerbaren Stroms nicht möglich oder sinnvoll sei. Um das Thema verstärkt zu adressieren hat das BMVI jüngst einen Förderaufruf zur Errichtung und zum Betrieb einer Entwicklungsplattform für strombasierte Kraftstoffe (Power-to-Liquid, PtL) gestartet. Der Fokus der Aktivitäten liegt dabei auf Kraftstoffen für den Flug- und Schiffsverkehr. In dieser Woche das Titelthema der neuen Ausgabe 35.2021 von EUWID Neue Energie

Die Eröffnung des „PtX Lab Lausitz – Praxislabor für Kraft- und Grundstoffe aus grünem Wasserstoff“ in Cottbus könnte im Hinblick auf klimafreundliche Treibstoffe für den See- und Luftverkehr ebenfalls Impulse setzen.

Das Thema Wasserstoff spielt auch in den vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) in Auftrag gegebenen Langfristszenarien für die Transformation des Energiesystems in Deutschland eine Rolle. Einige Annahmen – etwa zur heimischen Wasserstoffwirtschaft – stünden jedoch im Gegensatz zu bereits beschlossenen Strategien, heißt es in einer Bewertung des Bundesverbandes Erneuerbare Energie. Es müsse eine „Grundsatzdebatte“ geführt und auf Kurs Erneuerbare gebracht werden. Der BEE fürchtet, dass Innovationen und Klimaschutz ins Ausland verlagert und dabei heimische Potenziale brach liegen gelassen werden.

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