Förderfreier 400-MW-Solarpark auf rekultivierten Flächen des Tagebaus Jänschwalde geplant

Quelle für Symbolbild: LEAG / Andreas Franke

Auf rekultivierten Bereichen des Tagebaus Jänschwalde sollen neben dem geplanten 100 MW-Windpark Forst-Briesnig II zwei weitere Solarprojekte entstehen. Der 400-MW starke „Energiepark Bohrau“ in der Nähe von Forst (Lausitz) soll ohne staatliche Förderung auskommen, teilte die Projektentwicklerin EP New Energies GmbH (EPNE) mit. Zudem ist in unmittelbarer Nähe eine 40-MW-Solaranlage auf der stillgelegten Aschedeponie Jänschwalde I geplant. EPNE geht das Projekt gemeinsam mit der LEAG an. Erste Gespräche mit Vertretern der Stadt Forst und der Anrainerortschaften zum Energiepark Bohrau seien bereits erfolgt.

„Verknüpft mit verschiedenen innovativen Ansätzen, auch im Bereich Wasserstoff, soll der Energiepark Bohrau Grundlage für weitere Investitionen sein“, sagt Andreas Huck, LEAG-Vorstand für den Bereich Neue Geschäftsfelder. So ergäbe sich für die Stadt Forst durch die Dimension der geplanten Anlagen die Möglichkeit für einen gemeinsamen Ausbau der Stromnetz-Infrastruktur, womit auch die Versorgungssicherheit der Stadt verbessert würde. Zudem verweist Huck auf die Erlöse aus der Stromvermarktung, die in die Vorsorgegesellschaft des Landes Brandenburg eingehen würden und mit denen die Wiedernutzbarmachung der Bergbaufolgelandschaften finanziell zusätzlich abgesichert werden soll.

„Mit dem Energiepark Bohrau entwickeln wir ein PV-Projekt, das günstigen Grünstrom ohne staatliche Förderung erzeugt und damit ideale Voraussetzung für die CO2-freie Energie-Versorgung von lokalen Industrieunternehmen bietet“, führt EPNE-Geschäftsführer Dominique Guillou aus. Erneuerbare Energien-Projekte in der Bergbaufolgelandschaft könnten sich als „echter Standortvorteil für die Region“ erweisen. Gemeinsam mit der LEAG will EPNE in den nächsten fünf Jahren Wind- und Solarprojekte mit mehreren Hundert MW realisieren.

Die für den Energiepark vorgesehenen Flächen nahe des Forster Ortsteils Bohrau stehen als ehemalige Tagebauflächen noch unter bergrechtlicher Verantwortung der LEAG bzw. der Lausitzerund Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) und werden derzeit von den drei regionalen Landwirtschaftsbetrieben Agrargenossenschaft eG Heinersbrück, Bauern AG Neißetal sowie der Agrargenossenschaft Forst eG bewirtschaftet.

Bei der Standortauswahl und Erstellung des Projekt-Layouts für den Energiepark Bohrau wurden die naturschutzfachlichen Belange von Beginn an berücksichtigt. Eine naturschutzfachliche Begleitung verbunden mit einem Monitoring sichere zudem die Erreichung der naturschutzfachlichen Vorgaben. Mit gezielten Anpflanzungen soll während des Betriebs der Anlage ein Beitrag zur weiteren Bodenentwicklung und Erhöhung der Artenvielfalt der Flächengeleistet werden und das Gebiet ökologisch aufgewertet werden.

Die Solaranlage auf der stillgelegten Aschedeponie Jänschwalde I soll den Angaben zufolge im Jahr 2023 in Betrieb gehen, der Energiepark Bohrau ein Jahr später. Rein rechnerisch könnten mit beiden Anlagen rund 125.000 Haushalte mit grünem Strom versorgt werden.

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