Flugwindkraftanlage mit Drachen von bis zu 120 m² besteht Tests

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Bildnachweis: SkySails Group

Die erste Flugwindkraftanlage Deutschlands hat in Schleswig-Holstein eine Reihe von wichtigen Tests erfolgreich abgeschlossen. Die Pilotanlage kann damit in den Dauerbetrieb übergehen, wie SkySails Power mitteilt. Zu der luftfahrtrechtlichen Evaluierung gehörten u.a. die Validierung von Betriebs- und Sicherheitskonzepten im Tag- und Nachtbetrieb.

Die Anlage wurde im Rahmen des vom Bundewirtschaftsministeriums (BMWi) geförderten Projekts „SkyPower100“ errichtet. Zu den Projektbeteiligten gehören neben der SkySails Power GmbH, die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, die EWE Offshore Service & Solutions GmbH und die Leibniz Universität Hannover. Aus dem Betrieb der Flugwindkraftanlage will das Konsortium Erkenntnisse für die Weiterentwicklung und Skalierung von Flugwindkraftanlagen sowie zu Umwelteinflüssen, Sicherheitsaspekten und Genehmigungsvoraussetzungen gewinnen. Dazu gehören z.B. Gutachten zu Geräuschemissionen, Avifauna und Luftverkehrssicherheit.

Flugwindkraftanlagen erreichen Höhen von bis zu 800 Metern

Bildnachweis: SkySails Group

Eine Flugwindkraftanlage besteht aus einer Bodenstation mit einer Seilwinde, in die ein Generator integriert ist. Für die Energieerzeugung zieht ein automatisch gesteuerter Drachen das Seil von der Winde und der Generator erzeugt Strom. Wenn das Zugseil seine maximale Länge erreicht hat, beginnt die Rückholphase: Der Drachen wird in eine Position geflogen, in der seine Zugkraft sehr gering ist. Der Generator arbeitet nun als Motor und wickelt das Seil auf, bis die Länge des Seils kurz genug für die nächste Stromerzeugungsphase ist. Dieser Rückholprozess benötigt nur einen Bruchteil der Energie, die während der Leistungsphase erzeugt wird. Die auf der Testanlage eingesetzten Drachen haben eine Größe von bis zu 120 m².

Für die Realisierung des Projektes wurde in enger Abstimmung mit der Landesluftfahrtbehörde Schleswig-Holstein, dem Bundesverkehrsministerium, den umliegenden Gemeinden, der DRF Luftrettung sowie dem Luftsportverband ein Flugbeschränkungsgebiet (ED-R) für den Projektstandort eingerichtet. Die Erfahrungen aus dem Betrieb der ED-R sind laut den Projektbeteiligten ein wichtiger Schritt für die zukünftige Definition von Genehmigungsprozessen von Flugwindkraftanlagen.

Hintergrund: Flugwindkraftanlagen nutzen den energiereichen und konstanten Wind in Höhen von bis zu 800 Metern. Das Ergebnis sei eine sehr stetige Stromproduktion. Der landschaftliche Eingriff für den Bau von Flugwindkraftanlagen sei dabei deutlich geringer als bei konventionellen Windenergieanlagen. Zudem erlaube die leichte sowie kompakte Bauweise auch das Erschließen von schwer zugänglichen Gebieten. Positiv werten die Projektpartner auch den minimalen Schattenwurf sowie die sehr niedrigen Schallemissionen. Folglich könnten Flugwindkraftanlagen eine zukunftsweisende Ergänzung zu bisherigen Windkraftanlagen darstellen und den Ausbau einer dezentralen erneuerbaren Energieversorgung in Deutschland sowie international weiter beschleunigen, heißt es von Seiten der Projektbeteiligten.

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