Flugwindkraft: RWE testet SkySails-Drachen für drei Jahre

1780
Bildquelle: SkySails Power GmbH

Die RWE Renewables GmbH und die SkySails Power GmbH wollen in Kürze einen 120 m² großen Lenkdrachen zur Stromerzeugung in einer Höhe von bis zu 400 Metern nutzen. Über das Pilotprojekt haben die beiden Unternehmen jetzt eine Kooperation geschlossen, berichtet der Essener Konzern. RWE erwirbt von dem Hamburger Partner eine innovative Höhenwindkraftanlage mit bis zu 200 kW Leistung. Drei Jahre lang will die RWE Renewables das SkySails Power-System im Rahmen des Pilotprojektes zur Evaluierung der Technologie betreiben. Geeignete Standorte in Deutschland werden derzeit untersucht.

Flugwindkraftanlagen nutzen den kräftigen und stetigen Wind in Luftschichten von mehreren hundert Metern über dem Boden. Die SkySailsPower-Anlage besteht aus einer Bodenstation mit einer Seilwinde, in die ein Generator integriert ist. Während seines Aufstiegs zieht ein Zugdrachen, der „Kite“, ein Seil in gesteuerten Flugfiguren von einer Winde ab – und der verbundene Generator erzeugt so Strom.

Sobald das Zugseil seine maximale Länge erreicht hat, beginnt die Rückholphase: Der Kite stellt sich automatisch in eine Position, in der seine Zugkraft sehr gering ist, er also ohne viel Widerstand eingeholt werden kann. Der Generator arbeitet jetzt als Motor und wickelt das Seil auf. Dieser Rückholprozess benötigt nur einen Bruchteil der Energie, die während der Leistungsphase erzeugt wird. Im Anschluss kann der nächste Stromerzeugungs-Zyklus beginnen.

Weiterentwicklungen sollen Leistungen im MW-Bereich ermöglichen

Bildquelle: SkySails Power GmbH

Aktuelle Flugwindkraftanlagen bringen derzeit Leistungen von 100 bis 200 kW. Weiterentwicklungen versprechen Leistungen im Megawattbereich. SkySails arbeitet derzeit an der Entwicklung einer solchen Anlage.

 „Die leichte, kompakte Bauweise von Flugwindkraftanlagen nimmt in besonderer Weise Rücksicht auf Mensch und Tier“, sagt Stephan Wrage, CEO der SkySails Power GmbH. Die Systeme arbeiteten sehr leise, fielen in der Landschaft „praktisch nicht auf“ und werfen kaum Schatten. Diese Vorteile könnten dazu beitragen, die Akzeptanz für Windenergie weiter zu erhöhen.

Aktuelle Interviews bei EUWID Neue Energie:

„Ich freue mich, dass wir diese innovative, umweltfreundliche Technologie erstmalig zum Einsatz bringen“, sagt Katja Wünschel, Chief Operating Officer Wind Onshore und Photovoltaik Europa und asiatisch-pazifischer Raum der RWE Renewables. „Sie hat das Potenzial, sowohl onshore als auch offshore eingesetzt zu werden und so die konventionelle Windenergie zu ergänzen.“

Auch interessant:

Flugwindkraft: Konsortium um EnBW und EWE startet Pilotprojekt

2 KOMMENTARE

  1. Wieder setzt man, wie so oft in Deutschland, auf die falsche Technologie-Ausführung. Flugdrachen sind schwer zu händeln und wetterabhängig. Sie können nur in einer Hälfte ihrer Flugphase Strom erzeugen, wovon noch ein Teil für das Rückholen verbraucht wird. Es ist ein System in Planung, das zu wesentlich besseren Ergebnissen führen wird und zudem jahresdurchgängig Strom erzeugen kann. Nachzulesen in dem Buch – Wie die Menschheit versucht, sich abzuschaffen- .

  2. Mir gefällt die Fähigkeit zur Regelleistung. Bei Strom-Überangebot wird der Kite eingeholt und bei Bedarf relativ schnell steigen gelassen. Das drückt leider die Wirtschaftlichkeit aber möglich wäre es.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein