Flexibilitätspotenziale: Virtuelles Kraftwerk auf Nachfrageseite des Strommarkts übertragen

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Wie muss sich die Interaktion zwischen Stromverbrauchern und Lieferanten verändern, damit die Flexibilitäten der Stromnachfrager nutzbar werden? Mit dieser Frage befasst sich ein jetzt gestartetes Projekt, in dessen Rahmen die Flexibilitätspotenziale von Haushalten, Gewerbetreibenden, Dienstleistern, Händlern und Industriebetrieben erschlossen werden sollen, heißt es in einer Mitteilung der Projektpartner. Dazu zählen das B E T Büro für Energiewirtschaft und technische Planung, die FH Aachen, der Anbieter innovativer IT-Lösungen und Dienstleistungen für die Energiewirtschaft mit dem Fokus Digitalisierung Soptim sowie der Anbieter von Energiemanagementlösungen Smart4Energy.

Das dreijährige Projekt „KRaFT – KundenoRientiert FlexibilitätspoTenziale erschließen“ ist Teil des Leitmarktwettbewerbs „Virtuelles Kraftwerk“ und wird durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Im Fokus stehen sowohl strategische Fragen der Erschließung von Flexibilitätspotenzialen als auch die operative Nutzung von Flexibilitäten. Daneben sind die Analyse der energiepolitischen Rahmenbedingungen und das Vorausdenken dieser Rahmenbedingungen unverzichtbarer Bestandteil des Projekts.

Auf der strategischen Ebene wird den Angaben zufolge unter anderem untersucht, welche Flexibilitätspotenziale wirtschaftlich sinnvoll erschlossen und wie mit Werkzeugen des Innovationsmanagements oftmals bestehende organisatorische Hemmnisse zur Nutzung der Potenziale abgebaut werden können.

Sowohl strategische Fragen als auch operative Nutzung im Fokus

Eine wesentliche Rolle soll dabei bei den Energiemanagementsystemen der Stromverbraucher zukommen, die so weiterentwickelt werden müssten, dass belastbare Informationen für schnelle, möglichst automatisierbare Entscheidungen über Flexibilitätspotenziale vorliegen. Bei den Stromlieferanten wird geschaut, wie diese ihre Interaktion mit den Kunden aber auch ihre Produkte ändern müssen. Auch in diesem Kontext sollen Werkzeuge des Innovationsmanagements eingesetzt werden.

Rolle des virtuellen Kraftwerksbetreibers offener konzipieren

Die operative Nutzung der Flexibilitäten bildet den Schwerpunkt des Projekts. Die beteiligten Unternehmen wollen das Konzept eines virtuellen Kraftwerks, in dem viele dezentrale Erzeugungseinheiten zusammengeführt werden, auf die Nachfrageseite des Strommarkts übertragen und weiterentwickeln. Die Weiterentwicklung besteht darin, die Rolle des virtuellen Kraftwerksbetreibers offener als bei bisherigen virtuellen Kraftwerken zu konzipieren. Konkret sollen aus dem Kontext der Digitalisierung bekannte Plattformgedanken übertragen werden. Wesentlicher Teil des Projektes ist die Entwicklung und der testweise Betrieb eines virtuellen Kraftwerks. Hierzu werden an verschiedenen Stellen im Projektverlauf Haushalte, Gewerbetreibende, Dienstleister, Händler und / oder Industriebetriebe eingebunden.

Energiemanagementsystemen der Verbraucher spielen wesentliche Rolle

Die Knappheit der Stromverteilungskapazitäten in den Verteilnetzen ist voraussichtlich eine der größten Restriktionen für die Nutzung von Flexibilitäten. Im Projekt werden die energiepolitischen Ideen für die Bewirtschaftung dieser Knappheiten zusammengetragen und erprobt, wie eine mögliche Bewirtschaftung durch den Verteilnetzbetreiber in die Interaktion von Stromnachfragern und Stromlieferanten eingebaut werden könnte.

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