Flexibilisierung von Bestandsanlagen und Exporte halten Biogasbranche am Leben

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Symbolbild Biogasanlage
Quelle: Fachverband Biogas

Im vergangenen Jahr sind 205 neue Biogasanlagen ans Netz gegangen, davon waren 186 Neuanlagen güllebasiert. Das geht aus den Branchenzahlen für 2016 hervor, die der Fachverband Biogas veröffentlicht hat. Insgesamt seien die Erwartungen leicht übertroffen worden, der Verband hatte einen Zubau von 150 Biogasanlagen erwartet. Allerdings seien auch zehn Anlagen stillgelegt worden.

Branchenzahlen Biogas
Quelle: Fachverband Biogas

Insgesamt waren damit Ende des vergangenen Jahres 9.209 Biogasanlagen in Betrieb, davon 193 Biomethananlagen. Das entspricht dem Fachverband zufolge einer installierten elektrischen Leistung von 4.237 MW. Für 2017 erwartet der Fachverband einen Zuwachs auf 9.346 Biogasanlagen mit insgesamt 4.497 MW, wovon voraussichtlich 197 Anlagen Biomethan ins Netz einspeisen werden (siehe Tabelle).

Die Neuanlagen kommen in Summe auf eine Leistung von 45 Megawatt (MW), wovon 37 MW arbeitsrelevant sind, also tatsächlich Strom erzeugen, und acht MW „überbaut“, also flexibel eingesetzt werden. Abzüglich der stillgelegten Anlagen bleibt eine arbeitsrelevante Leistung von 35 MW übrig. „Insgesamt ist das Wachstum bei den Neuanlagen im Vergleich zu früheren Jahren nach wie vor sehr gering. Zum Glück investieren viele Betreiber in die Flexibilisierung ihrer Anlagen. Diese Investitionen wie auch das Exportgeschäft ermöglichen den Anlagenbauern derzeit das Überleben“, sagte Horst Seide, Präsident des Fachverbandes Biogas.

Branchenzahlen Biogas
Quelle: Fachverband Biogas

Betreiber investieren in Flexibilisierung

Um ihre Anlagen zu flexibilisieren, investieren Betreiber von bestehenden Anlagen in Gasspeicherkapazitäten und BHKW-Leistung. Insgesamt haben die Bestandsanlagen 2016 eine zusätzlich überbaute Leistung von 175 MW installiert. Zusammen mit den Neuanlagen bedeutet das für die Biogasbranche einen Zubau von 219 MW, wovon 183 MW flexibel und damit ohne eine Erhöhung der erzeugten Strommengen betrieben werden.

„Mit dem EEG 2017 haben wir nun komplett neue anspruchsvolle Rahmenbedingungen und auch die administrativen Vorgaben werden immer komplexer. Es ist erfreulich, dass sich die Akteure davon nicht abschrecken lassen. Nichtsdestotrotz müssen wir nach der ersten Ausschreibungsrunde, die am 1. September mit gerade mal 24 Zuschlägen und einem Volumen von 27,5 MW abgeschlossen wurde, nachbessern“, fordert Seide.

Fachverband fordert Verbesserung der Rahmenbedingungen

Vor dem Hintergrund der in dieser Woche vom Bundesumweltministerium veröffentlichten Zahlen, nach denen die Bundesregierung die bis 2020 selbst gesteckten Klimaziele krachend verfehlt, weist der Präsident des Biogasverbandes auf die Klimaleistung von Biogasanlagen hin: „Wir vermeiden mit unseren Biogasanlagen jedes Jahr CO2-Emission in Höhe von 20 Millionen Tonnen. Dieser Trend wird durch den vermehrten Zubau von Güllekleinanlagen noch ansteigen.“ Denn diese sind bekanntlich besonders effizient bei der Vermeidung von Treibhausgasemissionen. „Wenn wirklich, wie von der Kanzlerin versichert, alles dafür getan werden soll, die Klimaziele zu erreichen, müssen in den Koalitionsvereinbarungen Maßnahmen vereinbart werden, die einen klaren Pfad zur CO2-Vermeidung durch Biogas festlegen“, fordert der Präsident.

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