FH Münster entwickelt Karte für Wärmehotspots

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Arbeit an der Wärmebedarfskarte (v.l.): Dr. Elmar Brügging, Prof. Dr. Christof Wetter, Hinnerk Willenbrink und Jigeeshu Joshi.
Quelle: FH Münster/Pressestelle

Der Fachbereich „Energie – Gebäude – Umwelt“ der FH Münster will im Rahmen des Forschungsprojekts „WIEfm“ die Wärmewende in der Region voranbringen. „Um die Klimaschutzziele zu erreichen, müssen wir weg vom Gas und Öl“, beschreibt der am Projekt beteiligte Ingenieur Hinnerk Willenbrink die Situation. „Ein Wärmenetz wäre eine echte Alternative – ein unterirdisches Netz, ähnlich wie unsere Wasserleitungen.“ In das ließen sich nämlich erneuerbare Energien im großen Maßstab einspeisen.

Dafür müssten die Kommunen allerdings wissen, wo es sich lohnt, Wärmenetze zu installieren. Und genau hier setzt das Projekt der FH Münster an: Das Projektteam hat fast 200 Hotspots im Münsterland auf einer interaktiven Karte gekennzeichnet. „Mit unserer Karte können Bürgermeister und Klimaschutzmanager der Landkreise sofort loslegen“, sagt Professor Christof Wetter. Und das würde sich lohnen, hat das Team hochgerechnet. Nach Angaben der Forscher wird in den ermittelten Hotspots ein Drittel des kompletten Heizwärme- und Warmwasserbedarfs des Münsterlandes gebraucht – auf gerade mal 1,5 Prozent seiner Gesamtfläche.

Ausgangspunkt ist eine flächendeckende Bedarfsberechnung aller Gebäude im Münsterland, die ermöglicht wurde, weil das Land NRW seine Geodaten seit Jahresbeginn frei zugänglich gemacht hat. Darauf aufbauend entwickelten die Forscher eine Methodik, um Bauten mit besonders hohem Wärmebedarf – vor allem öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser, Schwimmbäder und Verwaltungsgebäude – und relevante innerörtliche Flächennutzungen miteinander zu verschneiden. „Dabei müssen wir nicht an klassische Wärmenetze denken“, sagt Elmar Brügging, Koordinator des Forschungsteams. „Wärmenetze können so vielfältig sein wie die erneuerbaren Energien selbst. Die Techniken dafür sind alle vorhanden – was fehlt, ist die passende Infrastruktur.“

Hier kommen die Kommunen und Unternehmen ins Spiel, die ihren Klimaschutzverpflichtungen nachkommen und sich von Energieimporten unabhängiger machen wollen. „Unsere Karte gibt konkrete Vorschläge, wo es Sinn macht umzusatteln auf erneuerbare Energien, das ist eine große Chance“, sagt Willenbrink. „Gerade als Unterstützung für langfristige Stadtentwicklungskonzepte.“

Die Karte mit den Wärmehotspots im Münsterland ist hier verfügbar.

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