Flexibilitäten sind die Geheimrezeptur der Energiewende. Angesichts der wachsenden Disparität zwischen der Stromerzeugung aus den fluktuierenden erneuerbaren Energien Wind und PV auf der einen und der Stromnachfrage auf der anderen Seite werden Lösungen benötigt, die den erforderlichen Ausgleich herstellen. Das können Speicher sein, aber es gibt auch andere Lösungen, die auf der Angebots- bzw. auf der Nachfrageseite wirksam werden.

Der Titelbereich von Ausgabe 31.2020 von EUWID Neue Energie steht ganz im Zeichen der Flexibilität. Aktuelle Forschungsprojekte wie das Kopernikus-Projekt SynErgie zeigen, wie groß die Potenziale zur Nutzung der Flexibilitäten sind – zum Beispiel im Bereich der Industrie. Ein Projekt von Hager Group und Audi AG zeigt, wie die Anbindung der Fahrzeug-Traktionsbatterie an das Hausnetz zu optimierten Energieflüssen führen und das Netz entlasten kann.

Ein Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats des Bundeswirtschaftsministeriums geht ebenfalls auf den Flexibilisierungsbedarf am Strommarkt ein, befasst sich aber darüber hinausgehend mit dem Gesamtbild der Energiewende. Das Gremium identifiziert einen erheblichen Investitionsbedarf. Und einen ebenso erheblichen Steuerungsbedarf, um den Akteuren am Markt Investitionssicherheit zu bieten.

Sicherheit wünschen sich auch die Betreiber von Biogasanlagen, deren EEG-Förderung in den kommenden Jahren endet. „Wir stehen mit der Biogasnutzung in Deutschland an einem Kipppunkt“, warnt BEE-Präsidentin Simone Peter. Mit der Bioenergieleistung würde wichtige Flexibilität für die Energiewende verloren gehen. (Beitragsbild: panya99 / Fotolia)

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1 KOMMENTAR

  1. Wie wichtig Flexibilität ist, hat auf gesamteuropäischer Ebene auch das EU-Forschungsprojekt REFLEX gezeigt. Nebst Energiespeichern tragen auch Demand Side Management (DSM) sowie Power-To-X zur Flexilität des Energiesystems bei. Strom aus erneuerbaren Energiequellen wird damit zur Energiequelle für speicherbare Energieträger wie Methan, Wasserstoff und synthetische Brennstoffe, aber auch für diverse Energieanwendungen wie Heizen, Warmwassererzeugung, Gebäudekühlung, gewisse Haushaltgeräte und industrielle Prozessenergie. Damit tragen diese Energieanwendungen zur Flexibilität des Gesamtsystems bei, denn sie weisen aufgrund ihrer Eigenschaften wie z.B. thermische Trägheit ein Potenzial auf, den Stromeinsatz um mehrere Stunden oder länger zu verschieben.
    Die Ergebnisse des REFLEX-Projekts sind auf http://reflex-project.eu/ weitergehend dokumentiert und werden in Kürze in Form einer Buchpublikation in zusammengefasster Form bei Springer erscheinen.

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