Die Gestaltung der Energiewende erfordert eine langfristige Planung der Infrastrukturen. Die Bundesnetzagentur hat jetzt den Szenariorahmen Strom genehmigt. Er zeigt in unterschiedlichen Szenarien, wie sich das Energiesystem in den kommenden eineinhalb Jahrzehnten entwickeln könnte – und welche Infrastrukturen hierfür erforderlich sind. Netzausbau ist dabei ein zentrales Thema, aber es geht eben auch um die Frage, welche Rolle erneuerbare Energien, Sektorkopplung und die Nutzung von Flexibilitäten spielen können, um den Bedarf für den Ausbau der Netze zu reduzieren.

Auf dem Titel der heute erschienen Ausgabe 27.2020 von EUWID Neue Energie stellen wir zentrale Aspekte des mittleren Szenarios B 2035 des genehmigten Szenariorahmens vor. Die BNetzA hat in die Projektionen für die kommenden Jahre auch die Planungen der Bundesregierung in Sachen Wasserstoff aufgenommen. In Hinblick auf die erneuerbaren Energien kommt der Photovoltaik eine wesentliche Rolle zu, wenngleich der Ausbaupfad der PV in den Szenarien weit hinter dem zurückbleibt, was Vertreter von Erneuerbaren- und Energiebranche für erforderlich halten.

Keine allzu guten Perspektiven sieht die Netzbehörde für Bestandsanlagen im Bereich der Bioenergie, die aus der EEG-Förderung herausfallen. Eine Ausnahme werde voraussichtlich das Altholzssegment spielen, das aufgrund seines Entsorgungsauftrags nicht ausschließlich aus energiewirtschaftlicher Sicht zu bewerten sei.

Für die Unternehmen sind die langfristigen energiewirtschaftlichen Perspektiven wesentlich, um die eigene Ausrichtung zu kalibrieren. Interessant sind in diesem Zusammenhang die geplanten Aktivitäten des weltweit führenden Gasekonzerns Linde, der das Geschäft mit grünem Wasserstoff massiv ausbauen will. (Beitragsbildnachweis: Coloures-Pic – stock.adobe.com)

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