Eurobserver: Ausbau der Erneuerbaren im Jahr 2017 bleibt hinter Zielpfad zurück

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Symbolbild Energiewende Erneuerbare
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Die EU-28 hat im Jahr 2017 einen Anteil erneuerbarer Energien von 17,5 Prozent des Bruttoendenergieverbrauchs erreicht. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht „The State of RES in Europe“ zurück, den das europäische Marktforschungszentrum Eurobserver veröffentlicht hat. Mit einem halben Prozentpunkt Wachstum gegenüber 2016 hat der Anteil erneuerbarer Energien damit stärker zugenommen als zwischen den Jahren 2015 und 2016 mit 0,3 Prozentpunkten. Dennoch bleibt das Wachstum hinter den Vorjahren 2012 (1,3 Prozentpunkte), 2013 (0,7 Prozentpunkte) und 2014 (0,8 Prozentpunkte) zurück.

Außerdem ist das aktuelle Wachstum zu niedrig, um damit das Ziel für 2020 erreichen zu können, denn dafür müsste es zwischen 2018 und 2020 jedes Jahr mindestens 0,83 Prozentpunkte betragen. Mit gemeinsamen Anstrengungen bleibt das Ziel innerhalb der Grenzen der Europäischen Union aber weiterhin erreichbar, heißt es in dem Jahresbericht. Dafür dürften die Länder, die eine Übererfüllung ihrer Ziele erwarten, ihr Ausbautempo aber nicht verringern oder „statistische Transfers“ an Länder vornehmen, die ihr Ziel voraussichtlich nicht erreichen werden.

Weniger Strom aus Wasserkraft – Windkrafterzeugung wieder normal

Die Stromproduktion mit Hilfe erneuerbarer Quellen hat ihren Anteil von 29,6 Prozent im Jahr 2016 auf 19,5 Prozent im Jahr 2017 vergrößert. Insgesamt wurden somit 975,2 TWh regenerativer Strom erzeugt. Das Jahr 2017 war Eurobserver zufolge durch geringe Regenfälle und damit von einem Einbruch der Wasserkraftgewinnung in fließenden Gewässern (ohne Pumpspeicherkraftwerke) gekennzeichnet. In der Folge sank der Wasserkraft-Output um 50,3 TWh auf historisch niedeige Niveau von 300,7 TWh.

Kompensiert wurde dieser Rückgang jedoch durch eine starke Wind- und Solarstromerzeugung. Nach einer Windflaute im Norden Europas im Vorjahr, herrschten 2017 wieder normale Windbedingungen zudem stieg die Nettoleistung GW auf insgesamt 169,8 GW. In der Folge wurden 2017 rund 362,4 TWh Windenergie erzeugt, was einer Steigerung von 19,7 Prozent entspricht. Auch die Solarstromerzeugung legte um 7,3 Prozent auf 113,7 TWh zu, Gründe waren mehr Sonnenschein sowie ein Anstieg der Nettoleistung um 11,7 GW.

Wärmeerzeugung aus fester Biomasse legte am stärksten zu

Der Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeerzeugung, der in erster Linie mit den durchschnittlichen Temperaturlevels zusammenhängt, stieg noch geringfügiger von 19 Prozent im Jahr 2016 auf 19,5 Prozent im Jahr 2017. Zu der Steigerung trug insbesondere der Sektor der festen Biomasse bei, der um 1,6 Mtoe auf 80,3 Mtoe zulegte und damit nach wie vor mit Abstand den größten Anteil an der Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien in Höhe von insgesamt 102,2 Mtoe im Jahr 2017 ausmachte. Auf dem zweiten Platz folgten Wärmepumpen, die 2017 um 0,6 Mtoe auf 10,5 Mtoe zulegten.

Leichter Anstieg der Beschäftigung

Die Vollzeitarbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien werden für das Jahr 2017 auf 1,45 Millionen geschätzt. Im Vergleich zu der Prognose für 2016 entspricht das einem Anstieg von etwas über einem Prozent bzw. 18.500 Arbeitsplätzen. Biomasse mit 364.800 Vollzeitarbeitsstellen und Windenergie mit 356.700 Vollzeitarbeitsstellen blieben die wichtigsten Arbeitgeber für erneuerbare Energien in der EU-28.

Den Gesamtumsatz für alle zehn Arten der erneuerbaren Energien beziffert Eurobserver auf 154,7 Mrd. € im Jahr 2017, damit fiel er 3,6 Prozent höher aus als im Jahr 2016. Wie aus dem Bericht weiter hervorgeht, ersetzten erneuerbare Energien rund 322 Mio. Tonnen Rohöleinheiten (Mtoe) an fossilen Brennstoffen im Jahr 2017. Im Vorjahr waren es 315 Mtoe. Diese Zahlen entsprechen vermiedenen jährlichen Ausgaben der EU-28 von 93,5 Mrd. € für fossile Brennstoffe im Jahr 2017 und 84,6 Mrd. € im Jahr 2016.

Der Jahresbericht kann hier heruntergeladen werden.

Lesen Sie hier mehr zum Biomasse-Barometer von Eurobserver:

Umstellung von Kohlekraftwerken sorgt für steigenden Verbrauch fester Biomasse in der EU

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