EU-Projekt soll Bio-Reststoffe im Wärmemarkt nutzbar machen

Im Rahmen des EU-Projekts „Residue2Heat“ wollen Forscher biogene Reststoffe aus Land- und Forstwirtschaft aufbereiten und für die Wärmeerzeugung nutzbar machen. Bei der Aufbereitung wird das bereits bekannte Verfahren der Schnell-Pyrolyse angewandt, teilte das beteiligte OWI Oel-Waerme-Institut mit. Der Brennstoff soll zur Wärmeerzeugung in Raumheizungen im Leistungsbereich von 20 bis 200 kW eingesetzt werden und effizient verbrennen. Im Projekt bestehe die Herausforderung, Schnell-Pyrolyse-Bio-Öl (FPBO) trotz der großen Bandbreite an möglichen biogenen Rohstoffen mit einer gleichbleibend hohen Qualität und weitgehend standardisierten Stoffeigenschaften herzustellen. Zudem müssten Brennwert-Heizsysteme für die Nutzung des Bio-Öls technisch optimiert werden. Im Fokus der Entwicklung steht insbesondere die Gemischaufbereitung, die für einen effizienten und schadstoffarmen Betrieb des Brenners verantwortlich ist. Im Rahmen des Projektes werden zudem Marktstudien durchgeführt, die das Potenzial des neuen Brennstoffs und der modifizierten Heizungstechnik bewerten und weiteres Grundlagenwissen für die Markteinführung schaffen. Das langfristige Ziel von „Residue2Heat“ ist, FPBO auf Basis von land- und forstwirtschaftlichen Biomasseresten wie Stroh herzustellen, die weder für die Lebensmittel- noch für die Futtermittelproduktion nutzbar sind oder zu Landnutzungsänderungen führen. Der konzeptionelle Ansatz sieht vor, lokal anfallende Biomasse in relativ kleinen Produktionsanlagen mit einer Verarbeitungskapazität von 20.000 bis 40.000 Tonnen Biomasse pro Jahr in Schnell-Pyrolyse-Bio-Öl zu wandeln und lokal an Hausbesitzer zu vertreiben. Das EU-Forschungsprojekt „Residue2Heat“ wird von der Europäischen Union im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 unter dem Förderkennzeichen 654650 gefördert. Neben dem OWI als technichem Koordinator sind die RWTH Aachen, die MEKU Energie Systeme GmbH & Co. KG, die niederländischen Unternehmen BTG Biomass Technology Group und BTG BioLiquids B.V., das italienische Istituto Motori, das Polytechnikum Mailand sowie die University of Innsbruck beteiligt. .

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