EU-Projekt Current Direct soll Schiffe schneller elektrifizieren

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Containerschiff-Hafen
Quelle: sweasy - stock.adobe.com

Mit Current Direct ist im Rahmen des Horizon 2020 Programms ein neues Forschungs- und Innovationsprojekt gestartet, mit dem die Umstellung von Schiffen auf einen Batterieantrieb beschleunigt werden soll. Das beteiligte Schweizer Rohstoffunternehmen Blackstone Technology teilte mit, dass die Treibhausgasemissionen der Seetransporte mit Hilfe des Projekts um bis zu 482.000 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr reduziert werden sollen.

Dazu will Blackstone Technology zunächst die Kosten für die heutigen batterieelektrischen Schiffsantriebe um die Hälfte reduzieren. Das soll durch die Herstellung von 3D-gedruckten Lithium-Ionen-Batteriezellen gelingen, bei denen modernste aktive Materialien von Umicore zum Einsatz kommen sollen, die auf Recyclingfähigkeit ausgelegt sind. Im Folgenden soll das Projekt die schnelle Einführung dieser Technologie ermöglichen, indem es die Schiffseigner von der Last der Kapitalkosten befreit.

Batteriekosten sollen halbiert und Schiffseigner von Kapitalkosten befreit werden

Neben Blackstone Technology bringt Current Direct noch zwölf weitere europäische Partner aus der gesamten Wertschöpfungskette der Schiffselektrifizierung zusammen. Geleitet wird das Projekt von Spear Power Systems, einem Hersteller von leichten und flexiblen Schiffsbatterien.

Innovative „Energy as a Service“-Plattform

Die Universität Hasselt wird ihr elektrochemisches Fachwissen nutzen, um physikbasierte Modelle der Current-Direct-Zellen zu entwickeln. Dies wird dazu beitragen, die Lebensdauer und den Return-on-Investment (ROI) der Batteriesysteme zu optimieren, die in ganz Europa als Teil der von Aviloo und Rhoé entwickelten „Energy as a Service“-Plattform von Current Direct eingesetzt werden. Die Schiffsarchitekten und Schiffsingenieure von Forsehip werden ihr Fachwissen zusammen mit dem fundierten Wissen von EDP CNET über die Elektromärkte einbringen, um sicherzustellen, dass die Current-Direct-Plattform optimale Schiffe und Standorte ansteuert, die eine maximale Reduzierung der Emissionen ermöglichen.

Die Materialwissenschaftler der VUB (Vrije Universiteit Brussel) entwickeln kostengünstige Verbundwerkstoffe, um die Sicherheit von Batteriepacks zu verbessern, die mit der Smart-Cell-Überwachungselektronik von VITO ausgestattet sind. Wärtsilä wird modulare Batteriecontainer und Ladeinfrastruktur entwickeln, die von Lloyd’s Register nach innovativen Standards zertifiziert werden. Das Projekt gipfelt in einer Demonstration der Current Direct Batterie-, Landlade- und Asset-Management-Plattform durch Kotug.

Marktakteure zu Workshop eingeladen

Schiffsbetreiber, Häfen, Werften, Schiffsarchitekten, Energieunternehmen, Zertifizierungsstellen, Regulierungsbehörden und auf Nachhaltigkeit fokussierte Investoren sind eingeladen, an einer Reihe von virtuellen Workshops teilzunehmen (Kontakt: CurrentDirectspearps.com).        

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