EU-Projekt Biofit soll Bioenergie durch Retrofitting in Industrieanlagen einbinden

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Symbolbild Biogasanlage
Quelle: EUWID

In der EU sollen Bioenergie durch Retrofitting in Industrieanlagen eingebunden werden. Wie das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) mitteilte, zielt das Projekt „Biofit“ darauf ab, die Einführung von Retrofitting-Maßnahmen zu erleichtern. Das Projekt wird von der BTG Biomass Technology Group BV unter Beteiligung von Patrick Reumerman und John Vos koordiniert. Gefördert wird es im Rahmen des H2020-Förderprogramms.

Das Retrofitting – also die Nachrüstung eines Teils einer bestehenden Anlage durch modernste Geräte – kann eine kostengünstige Lösung zum Ausbau der Bioenergienutzung in der Industrie sein. Dem DBFZ zufolge ist das Retrofitting eines der schnellsten Wege, den Anteil der erneuerbaren Energien in Europa zu erhöhen, so dass die Energieerzeugung in bestehenden Industrien nachhaltiger wird.

Fokus auf fünf spezifische Branchen

Das Biofit-Projekt fokussiert sich während seiner dreijährigen Laufzeit auf fünf spezifische Branchen, nämlich Biokraftstoffe der ersten Generation, Zellstoff und Papier, fossile Raffinerien, fossile Brennstoffe und Blockheizkraftwerke. So sollen zum Beispiel Bioenergieanlagen der Papier- und Zellstoffindustrie nachgerüstet werden, bei fossilen Kraftwerken geht es beispielsweise um die Mitverbrennung von Biomasse. Nachrüstung bedeute oft niedrigere Investitionskosten, kürzere Durchlaufzeiten, schnellere Umsetzung, weniger Produktionsausfälle und geringere Risiken.

Zu den Kernaktivitäten von Biofit gehören die Hervorhebung bestehender Nachrüstungsbeispiele und die Entwicklung von zehn Retrofit-Fallstudien in Zusammenarbeit mit Industriepartnern. Parallel dazu wird die gesamte Branche durch fünf Industrieforen (Arbeitsgruppen) einbezogen und unterstützt. „Über die Foren können wir der Industrie die Vorteile der Nachrüstung von Bioenergie aufzeigen und gleichzeitig sicherstellen, dass die Ansichten aller Beteiligten Gehör finden“, sagt John Vos. „Deshalb laden wir alle relevanten Interessengruppen herzlich ein, an den Biofit-Industrieforen teilzunehmen.“

Akzeptanz durch Öffentlichkeit ist ein Schwerpunkt des Projekts

Die Akzeptanz der Bioenergie in Industrie und Öffentlichkeit steht ebenfalls im Mittelpunkt des Projekts. „In fast allen Ländern Europas wird die Akzeptanz von Bioenergie diskutiert“, so der Koordinator Patrick Reumerman. „Wenn die Industrie eine nachhaltige Nutzung von Biomasse nicht gewährleistet und nachweisen kann, wird sich die Öffentlichkeit gegen Bioenergie wenden.“

Das Biofit-Konsortium besteht aus vierzehn Partnern aus acht europäischen Ländern: Schweden, die Niederlande, Deutschland, Spanien, Finnland, Österreich, Bosnien-Herzegowina und Griechenland. Das Konsortium besteht sowohl aus Industriepartnern als auch aus akademischen/Forschungspartnern.

Konsortium besteht aus Industrie und Wissenschaft

Das Deutsche Biomasseforschungszentrum unterstützt das Projekt durch die Einbindung von Industrievertretern, Politikern und anderen Interessengruppen über verschiedene Plattformen, wie Workshops, B2B Events und Online-Umfragen. Darüber hinaus wird eine Fallstudie betreut sowie politische und technische Handreichungen erarbeitet.

Weitere Informationen stehen unter www.biofit-h2020.eu zur Verfügung.

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