EU-Kommission beschäftigt sich mit grünem Wasserstoff

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Symbolbild-Wasserstoff
Quelle: malp - stock.adobe.com

Die Europäische Kommission wird voraussichtlich im Dezember 2021 einen Vorschlag zur Revision der EU-Regulatorik für Gas vorlegen, in dem auch Wasserstoff berücksichtigt werden soll. Das sagte Florian Ermacora, Referatsleiter für Großhandelsmärkte, Strom und Gas bei der Europäischen Kommission, im Rahmen des digitalen „European Energy Colloquium“ vom Forum für Zukunftsenergien am 18. November 2020.

Obwohl die Priorität der Europäischen Kommission auf der Steigerung der Energieeffizienz und Elektrifizierung liege, sei die Anwendung von bevorzugt grünem Wasserstoff etwa in der energieintensiven Industrie unabdingbar, sagte Ermacora. Da grüner Wasserstoff jedoch nicht in ausreichender Menge und nicht zu wettbewerbsfähigen Preisen zur Verfügung stehe, müssten für den Markthochlauf zusätzlich emissionsarme Gase eingesetzt werden. Ferner sollten noch zu schaffende regulatorische Anreize für die Produktion und den Verbrauch von grünem Wasserstoff hierzu ihren Beitrag leisten.

Umwandlung der Erdgasnetze kommt entscheidende Rolle zu

Schließlich sollten regionale Wasserstoffcluster und länderübergreifende Infrastrukturen geschaffen werden. Zwar sei die zukünftige Rolle der Fernleitungsgasnetzbetreiber noch nicht abschließend geklärt. Unstrittig sei jedoch, dass ihnen bezüglich der schrittweisen Umwandlung der Erdgasnetze hin zu einem Netz von Wasserstoffpipelines eine entscheidende Rolle zukomme.

Auch die anwesenden Fernleitungsgasnetzbetreiber betonten die Bedeutung des Gasnetzes für den Transport von Wasserstoff. Christoph-Sweder von dem Bussche-Hünnefeld, Geschäftsführer der Gascade Gastransport GmbH, unterstrich, dass die Wasserstoffmarktentwicklung durch die Nutzung der bestehenden Pipelineinfrastruktur beschleunigt werden könne und sprach sich dafür aus, schon beim Aufbau von Wasserstoff-Clustern die weitere Entwicklung mitzudenken. Zusätzlich biete die bestehende Gasmarktregulierung bereits eine vernünftige Regulatorik, welche nun auch für Wasserstoff gelten sollte. Zudem plädierte er für eine integrierte Planung des Erdgas- und Wasserstofftransportsystems, welches sich schrittweise an den sich entwickelnden Wasserstoffmarkt anpassen müsse.

EU-Recovery Plan schafft gute Grundlage für Investitionen

Der Chief Commercial Officer bei Fluxys, Arno Büx, ergänzte, dass der aufgelegte EU-Recovery Plan eine gute Grundlage für Investitionen in die Klimaneutralität schaffe. Auch in der Industrie wachse die Bereitschaft, gemeinsam mit Infrastrukturbetreibern Projekte zur Dekarbonisierung im Rahmen des European Green Deal umzusetzen. Büx plädierte dafür, eine Infrastruktur für Kohlendioxid zu schaffen. Denn diese werde gebraucht, um zum Beispiel der Zementindustrie zu helfen, das abgespaltene Kohlendioxid zu transportierten und zu lagern.

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