Ettlingen: Nahwärmenetz auf Biomassebasis startklar

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v.l.n.r.: Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, Ettlinger Bürgermeister Dr. Moritz Heidecker, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Rita Schwarzelühr-Sutter, Stadtwerke-Geschäftsführer Eberhard Oehler (Bildquelle: Quelle: Stadtwerke Ettlingen)

Die Stadtwerke Ettlingen (SWE) haben nach mehrwöchigem Probebetrieb eine neue Heizzentrale auf dem Gelände des Beruflichen Bildungszentrums (BBZ) in Betrieb genommen. Es handele sich um das größte Wärmeprojekt in Ettlingen seit rund 40 Jahren, heißt es seitens der SWE. Rund 1.800 Tonnen CO2 könnten zukünftig pro Jahr durch das Projekt „zeozweifrei Nahwärme Musikerviertel Ettlingen“ eingespart werden. Der Bund hat das Vorhaben mit vier Mio. € gefördert, rund 1,8 Mio. € investierten die Stadtwerke Ettlingen zusätzlich.

In der Heizzentrale wird über zwei Holzpellet- Heizkessel der größte Teil der benötigten Wärme erzeugt. Darüber hinaus kann – etwa zu Spitzenlastzeiten – zusätzlich Wärme aus einem mit Bioerdgas befeuerten Heizkessel Wärme produziert werden. Zudem wird über eine Solarthermieanlage auf dem Dach des BBZ ebenfalls Wärme erzeugt. In einem 100 Kubikmeter fassenden Pufferspeicher wird die Wärme zwischengespeichert, ehe sie in Form von 70 bis 95 Grad heißem Wasser über das Nahwärmenetz direkt in die Häuser gelangt.

Eine intelligente Steuerung sorgt dafür, dass je nach Sonneneinstrahlung, Außentemperaturen und Wärmebedarf die ökologisch und ökonomisch günstigste Wärmequelle verwendet wird. Dank der optimierten Regelung erzeuge die Heizzentrale zu jedem Zeitpunkt genau die erforderliche Menge an benötigter Wärme und stelle sie den Verbrauchern zur Verfügung.

Erstes Wärmenetz in Ettlingen, das ausschließlich auf Basis erneuerbarer Energien betrieben wird

Insgesamt wurden rund 3.200 Meter Wärmeleitungen etwa 1,50 Meter tief in Karl- Friedrich-, Beethoven-, Haydn-, Schleinkoferstraße und der Rastatter Straße verlegt. „Dort, wo es sinnvoll war, haben wir die Tiefbauarbeiten genutzt, um auch Gas- und Wasserhauptleitungen mitsamt den Hausanschlüssen zu erneuern sowie Lehrrohre für Strom und Glasfaser zu verlegen“, sagte SWE Geschäftsführer Eberhard Oehler. Alle Arbeiten seien nun abgeschlossen. Es handele sich um das erste Wärmenetz, das ausschließlich auf Basis erneuerbarer Energien betrieben werde.

„Mit diesem Quartierskonzept sind beispielhaft übergreifende Strategien für eine zukünftige Energieversorgung umgesetzt worden“, sagte Landrat Christoph Schnaudigel. „Nahwärmenetze haben sich als umweltfreundliche und effektive Wärmeversorgung etabliert.” Das Ettlinger Projekt sei eines von neun Nahwärmenetzen, die in den letzten Monaten in Städten und Gemeinden des Landkreises gebaut werden.

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