Erster Trade auf der Flexibilitätsplattform „enera-Markt“ von EWE, Avacon Netz, EWE Netz und Tennet 

Netzbetreiber starten Flexibilitätsmarktplatz auf der Strombörse EPEX Spot

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Stellten Flexibilitätsplattform „enera-Markt“ vor: (v.l.n.r.) EWE Netz-Geschäftsführer Torsten Maus, Director Product Development EPEX Spot Philippe Vassilopoulos, EWE-Technikvorstand Urban Keussen, Vorsitzender des Vorstands und Chief Executive Officer der EPEX Spot Ralph Danielski, Geschäftsführer von Audi Industriegas Hermann Pengg, Senior Manager Customers & Markets Tennet Thorsten Dietz. Quelle: EWE

Partner des Sinteg-Projekts enera haben den deutschlandweit ersten börsengestützten Flexibilitätsmarkt für Netzengpassmanagement mit einem ersten erfolgreichen Trade im Rahmen der e-World gestartet. Die Netzbetreiber Avacon Netz, EWE Netz und Tennet haben den Marktplatz “enera-Markt” auf der Strombörse EPEX Spot gemeinsam mit dem enera-Konsortialführer EWE AG entwickelt, teilte der Versorger mit.

Im Zuge der Energiewende kommt es vermehrt zu Engpasssituationen auf allen Spannungsebenen, was insbesondere für das Übertragungsnetz gilt, aber zunehmend auch im Verteilnetz auftritt. Ziel von enera ist zu demonstrieren, dass ein freiwilliges marktwirtschaftliches Instrument prognostizierte Engpasssituationen im Stromnetz vermeiden kann und somit die Kosten für netzstabilisierende Maßnahmen wie Einspeisemanagement und Redispatch reduziert.

Die Vermeidung von Engpasssituationen soll durch die bessere Abstimmung von Erzeugung und Verbrauch unter Berücksichtigung lokaler Flexibilitätspotenziale erfolgen. Neben anderen Anbietern lokaler Flexibilitätsdienstleistung konnte der Automobilhersteller Audi gewonnen werden, der mit seiner Power-to-Gas Anlage (P2G) im niedersächsischen Werlte am enera-Flexibilitätsmarkt teilnimmt.

Weitere Teilnehmer in der Startphase sind Alpiq, BayWa r.e., EWE Trading, Quadra Energy sowie Statkraft Markets.

EWE-Technikvorstand Urban Keussen sieht marktgetriebene Lösungen zur Engpassbehebung als unverzichtbare Elemente einer effizienten und nachhaltigeren Integration von erneuerbaren Erzeugungsanlagen in das Stromsystem. „Der von uns heute gestartete Flexibilitätsmarkt hat das Potenzial für den Roll-out in ganz Deutschland und das Potenzial, ein zentrales Problem auf dem Weg zur Energieversorgung mit  100 Prozent erneuerbaren Energien zu lösen.“

Ein attraktives und langfristig gesetzlich verankertes Anreizsystem für die Bereitstellung von Flexibilitäten sei als unabdingbarer Baustein der Energiewende allerdings erforderlich. „Hier sehen wir die Politik in der Pflicht, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen“, meint Keussen.

Demonstrationsbetrieb der Plattform startet in der enera-Modellregion

Mit der offiziellen Inbetriebnahme der lokalen Marktplattform startet nun der Demonstrationsbetrieb in der enera-Modellregion. Der Director Product Development von Epex Spot, Philippe Vassilopoulos, sagt dazu: „Dies ist die erste konkrete Anwendung von lokalen Orderbüchern. Angebot und Nachfrage sind die Basis eines effizienten Preisbildungsmechanismus, und netzdienliche Flexibilität bekommt einen konkreten Wert. Ziel ist es ein konsensfähiges Konzept für einen Flexibilitätsmarkt zu entwickeln.“

„Den enera-Markt können wir im vorausschauenden Netzbetrieb nutzen, um Engpässe effizienter als durch das heutige Einspeisemanagement zu beseitigen“, so EWE Netz-Geschäftsführer Torsten Maus. Es sei wichtig, die Möglichkeit der Übertragung solcher Konzepte auf nationale und internationale Märkte und Prozesse zu beachten, erklärte Thorsten Dietz, Senior Manager Customers & Markets von Tennet: „Das Projekt enera steht im Einklang mit unserem Ansatz, möglichst viele Konzepte zur Flexibilitätsnutzung im Rahmen von Sinteg zu erproben.“

Hermann Pengg, Geschäftsführer der Audi Industriegas GmbH erklärte: „Der enera-Markt gibt uns die Möglichkeit, kurzfristig auf ein lokales Überschussangebot an Windenergie zu reagieren und dies zur zusätzlichen Produktion von klimaneutralem Gas einzusetzen.“ Die e-gas-Anlage von Audi nutzt Windstrom, um aus Wasser und Kohlenstoffdioxid  Wasserstoff und synthetisches Methan zu produzieren.

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Lokale Orderbücher als Bindeglied zwischen Flexibilität und Netzbetreiber

Die Projektpartner haben im Rahmen von enera nach eigenen Angaben einen klaren und transparenten Marktmechanismus für Flexibilitätsanbieter entwickelt, die sich am marktbasierten Engpassmanagement beteiligen wollen.

Durch die Einführung lokaler Orderbücher werden Flexibilitätsangebote auf Basis netztopologischer Informationen erfasst, die Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber zur Vermeidung von Engpässen nutzen können. Als Spezialist für den Betrieb von Energiemärkten biete Epex Spot hier eine Lösung an, um als neutraler Vermittler zwischen Netzbetreibern und Flexibilitätsanbietern zu agieren.

Mit den Erfahrungen aus der Demonstration des enera-Projektes sollen Konzepte für die zukünftige Nutzung von Flexibilität für das Engpassmanagement weiterentwickelt werden. Enera ist Teil des Förderprogramms „Schaufenster Intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ (Sinteg) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Beim Förderprogramm Sinteg steht Demonstrationsphase an

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