Erneuerbaren-Beschäftigung 2015 auf 330.000 Beschäftigte gesunken

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Erneuerbare Energien sind nicht nur ein Gewinn in ökologischen Belangen, sondern sorgen auch für erhebliche positive ökonomische Effekte – wie etwa neue Arbeitsplätze. Im Jahr 2015 arbeiteten in der Erneuerbaren-Energien-Branche in allen Bundesländern insgesamt 330.000 Menschen, viele davon in strukturschwächeren Regionen und Ländern. Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Beschäftigung allerdings zurückgegangen. So arbeiteten 2014 noch 355.400 Menschen und 2013 noch 371.400 Menschen in der Erneuerbaren-Branche.

Trotz Beschäftigungsrückgängen in einzelnen Sparten und Ländern sind die Erneuerbaren weiterhin ein wichtiger Jobmotor in Deutschland. Das gilt insbesondere für den Norden und Osten der Republik, wie neue Zahlen der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) zur Verteilung der Beschäftigung durch den Ausbau Erneuerbarer Energien in den Bundesländern zeigen. In Auftrag gegeben wurde die Analyse der Beschäftigungsentwicklung durch die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE).

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

Der Auswertung zufolge wurden durch die Installation von Wind-, Bio-, und Solarenergieanlagen sowie den Ausbau der Wasserkraft und der Geothermie überall relevante Arbeitsplatzzahlen geschaffen. Vor allem durch den Ausbau der Windenergie blieben die Erneuerbaren-Arbeitsplätze im Norden und Osten Deutschlands aber stabil oder wuchsen leicht. Dies zeigt auch eine Analyse der Beschäftigungsentwicklung aus dem März 2017. In den neuen Bundesländern haben die so gewonnenen Jobs eine überdurchschnittlich hohe Bedeutung für die regionalen Arbeitsmärkte.

Flächenländer vorn bei Erneuerbaren-Beschäftigung

Die meisten Arbeitsplätze entstanden laut Analyse in Niedersachsen mit 53.000 Erneuerbaren-Jobs vor Bayern (50.460) und Nordrhein-Westfalen (44.030). Im Vergleich zu den Vorjahren ging die Beschäftigung bundesweit etwas zurück. Insbesondere die Entwicklungen in der Solarsparte wirkten sich negativ aus. Hier beeinflusste nicht nur der Abbau von Fertigungskapazitäten in der Industrie die Entwicklung, sondern der stark abgeschwächte Zubau von Photovoltaik-Anlagen führte auch zu deutlich weniger Beschäftigung im Handwerk. Im Gegensatz dazu wuchsen jedoch die durch den Ausbau der Windenergie geschaffenen Arbeitsplätze, insbesondere im Offshore-Bereich. Dementsprechend konnten die Küstenländer Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern ihre Erneuerbaren-Beschäftigung gegenüber dem Jahr 2012 annähernd stabil halten, in Schleswig-Holstein und Hamburg kam es mit 18,7 bzw. 7,5 Prozent sogar zu einem deutlichen Wachstum der Erneuerbaren-Arbeitsplätze.

Neue Geschäftsbereiche schaffen zusätzliche Jobs

Nicht Teil der Statistik sind für die Energiewende zunehmend wichtige Aspekte wie die Digitalisierung der Energieversorgung, die Elektromobilität oder der Bereich Energieeffizienz. Diese Bereiche sorgen aber zusätzlich für Beschäftigung. „Ein Mehr an Energiewende und ein schnellerer Ausbau der erneuerbaren Energien sorgt so nicht nur für Klimaschutz, sondern schafft auch neue Jobs“, kommentiert Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, die neu vorliegenden Zahlen.

Wie aus den Zahlen auch hervor geht, wächst auch der Anteil der Arbeitsplätze, welche durch den Betrieb und die Wartung der bestehenden Anlagen gesichert werden. 2015 hatte dieser Bereich bundesweit einen Anteil von 22,6 Prozent an den Jobs der Erneuerbaren-Branche. Unter den Bundesländern war dieser Anteil in Rheinland-Pfalz mit 33,1 Prozent sowie in Schleswig-Holstein mit 27,4 Prozent in zwei Ländern am höchsten, die jeweils über einen relativ gut ausgebauten Erneuerbaren-Park verfügen. Am geringsten waren der Anteil in Hamburg und Bremen, die zwar durchaus relevante Akteure insbesondere hinsichtlich des Ausbaus der Windenergie beheimaten, aber als Stadtstaaten nur relative begrenzte Potenziale zum Ausbau eigener Erneuerbarer-Energien-Anlagen haben.

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