Noch sind es nur Empfehlungen einer Kommission: Die Vorschläge für den Kohleausstieg in Deutschland bis zum Jahr 2038 liegen auf dem Tisch. Die Chancen, dass die Politik sich die Pläne zu eigen macht und entlang des mühsam errungenen Kompromisses den Ausstieg aus der Kohleverstromung betreibt, sind aber wohl nicht schlecht. In der Konsequenz hieße das, dass der Ausbau der Erneuerbaren ebenso forciert werden muss wie die Weiterentwicklung der Energiespeicherung.

Noch sind es nur Empfehlungen – und das bedeutet, dass „der größte Teil der Arbeit noch vor uns liegt“, wie es Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne) ausdrückt. „Nun liegt es an der Bundesregierung, zügig Entscheidungen zu treffen, ob und in welchem Maße sie den Empfehlungen der Kohle-Kommission folgen will und kann“, merkt Busch an. Gleichwohl fällt die Bewertung des Papiers durch Politik und Energiewirtschaft im Tenor positiv aus. Der Direktor der Denkfabrik Agora Energiewende, Patrick Graichen, spricht sogar von einer „Sternstunde für unser politisches System“.

Was die Kohlekommission in ihrem Papier konkret in Sachen Energiespeicher empfiehlt, haben wir auf dem Titel der neuen Ausgabe von EUWID Neue Energie ausgewertet. Im Blickpunkt der Kommission stehen dabei insbesondere die Power-to-X-Technologien, die für die Sektorkopplung eingesetzt werden und den zeitlichen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage am Strommarkt fördern können.

Kohlekommission: Marktanreizmechanismus für grünen Wasserstoff prüfen

Mit Blick auf Power-to-Gas sollten insbesondere regionale Reallabore genutzt werden, um weitere Fortschritte für die Systemintegration von PtG-Anlagen zu erzielen, heißt es im Abschlussbericht der Kohlekommission. Dabei spiele bereits bei der Planung die Perspektive für einen Übergang von der Pilot- oder Forschungsphase in den Markt eine wichtige Rolle für die Investitionsentscheidung. Das allein genügt der Kommission aber nicht: Sie regt an, die Etablierung von Marktanreizmechanismen für grünen Wasserstoff zu prüfen.

Biomassekraftwerke: Bestand weltweit 2018 um 300 Anlagen gestiegen

Eine steuerbare regenerative Energietechnologie sind Biomassekraftwerke. Auch wenn die Bioenergie in Deutschland gegenwärtig einen schweren Stand hat: 2018 ist der weltweite Bestand von Biomassekraftwerken nach einer Studie von ecoprog erneut um etwa 300 Anlagen gestiegen. Aktuell seien etwa 3.800 BMKW mit einer installierten Kapazität von rund 60 GWel in Betrieb. Bis 2027 wird sich der weltweite Markt für Biomassekraftwerke nach Ansicht von ecoprog weiterhin dynamisch entwickeln.

Post-EEG-Phase für Biogasanlagen: Kraftstoffbereitstellung als Option?

Derweil suchen viele Biogasanlagenbetreiber in Deutschland für die Post-EEG-Phase nach Geschäftsmodellen, die einen Weiterbetrieb ohne Förderung ermöglichen könnten. Eine Perspektive könnte die Vermarktung von Biogas als Fahrzeugtreibstoff bieten, wie eine Studie des Thüringer Erneuerbare Energien Netzwerks (ThEEN) zeigt.
(Beitragsbild: Simon Kraus – stock.adobe.com)

Was es in Sachen Post-EEG sonst noch an Neuigkeiten gibt, lesen Sie in unserer Übersicht. Alle Informationen zur Post-EEG-Phase können im Rahmen eines Einzelverkaufs-Produkts ohne Abo-Verpflichtung genutzt werden, mehr dazu hier. Das Post-EEG-Dossier selbst findet sich hier.

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