Wind-Solar-Hybridkraftwerke – gegebenenfalls in Verbindung mit Speichern oder steuerbaren Bioenergie-Einheiten – bieten die Möglichkeit, grüne Energie netzoptimiert bereitzustellen. Bislang sind entsprechende Kraftwerkskombinationen in Deutschland eine Randerscheinung, da es für die Betreiber kaum Vorteile gibt: Hybridkraftwerke werden derzeit nicht als zusammenhängender Erzeuger behandelt, sondern jeder Bestandteil für sich bewertet. Nun hat die Bundesregierung die Verordnung zur Umsetzung der Innovationsausschreibungen verabschiedet und will damit Hybridkraftwerke voranbringen.

EUWID Neue Energie 43.2019 ist heute erschienen und befasst sich auf dem Titel mit den Innovationsausschreibungen. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) entdeckt zumindest Fortschritte gegenüber dem ersten Entwurf der Verordnung aus dem Juli. Ein Dorn im Auge ist der Erneuerbaren-Branche das Konzept der fixen Marktprämie, die erprobt werden soll. Hier rechnet man eigentlich nur mit Mehrkosten gegenüber dem Status quo.

Im Rahmen der Bekanntgabe der EEG-Umlage, die im kommenden Jahr auf 6,756 ct/kWh steigt, haben die Übertragungsnetzbetreiber auch ihre Mittelfristprognose kommuniziert. Für den Bereich der Bioenergie sieht sie nur noch für dieses und das kommende Jahr einen Anstieg der installierten Leistung voraus. Danach verringert sich die Bioenergieleistung von 2020 bis 2025 um 700 Megawatt im Zuge der Post-EEG-Phase.

Zum Erliegen gekommen ist inzwischen auch der Ausbau der Windenergie an Land. Die Branche ist hochgradig alarmiert, seit 2017 sind bereits mehr als 20.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Die Ergebnisse der aktuellen Ausschreibungsrunde „sind katastrophal, überraschen uns aber nicht“, sagt BWE-Präsident Hermann Albers. Was er fordert, ist ein politischer Mutausbruch. (Quelle für Beitragsbild: Thinapob – stock.adobe.com)

Redaktionstipp in dieser Woche:

Chancen und Hemmnisse für Erneuerbare-Hybridkraftwerke

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…und das EUWID-Dossier auch

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