Erneuerbare: Bioenergie dominiert bei Verkehr und Wärme mit fast 90 Prozent Anteil

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Mais-vor-Strommast-Bioenergie
Symbolbild (Quelle: EUWID)

Die Bioenergie erreicht im Wärme- und Verkehrssektor gegenwärtig einen Anteil von 86,6 bzw. 87,7 Prozent an den erneuerbaren Energien. Darauf macht der Bundesverband Bioenergie (BBE) aufmerksam. „Die Branche will noch mehr Verantwortung übernehmen“, sagte der BBE-Vorstandsvorsitzende Artur Auernhammer anlässlich eines Parlamentarischen Abends, zu dem der Verband in die japanische Botschaft in Berlin eingeladen hatte.

Schon heute lieferten Biogas, Holzenergie, Biokraftstoffe und andere Biomassen einen „enormen und stabilen Beitrag zum Klimaschutz“. Im Jahr 2017 hätten sie über alle Sektoren hinweg 64 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente eingespart. „Diese Leistung kann nicht einfach vernachlässigt werden, wenn wir die Klimaziele erreichen wollen“, mahnte Auernhammer angesichts des zögerlichen Handelns der Bundesregierung.

BBE: 2030er Ausbauziele im Stromsektor nur mit Biomasse erreichbar

Neben dem Wärme- und Verkehrssektor spiele die Bioenergie auch im Stromsektor eine wichtige Rolle, in einem „zunehmend volatilen Netz“ bleibe sie als verlässliche Größe unverzichtbar. „Auch die Erreichung des Ziels, bis 2030 65 Prozent am Bruttostrombedarf aus Erneuerbaren zu erzeugen, steht und fällt mit der Biomasse“, so Auernhammer weiter. „Daher muss die Bundesregierung jetzt die richtigen Instrumente umsetzen, die einerseits die bestehende Infrastruktur nutzen und optimieren und andererseits marktwirtschaftliche Anreize setzen.“

Welche Chancen bieten sich Bioenergieunternehmen in einem sehr herausfordernden Markt? Welche Preise werden für Holzpellets, NawaRo-Holz, Altholz oder Sägerestholz aufgerufen? Und wie verändert sich das Umfeld in den Segmenten Biogas/Biomethan und Biokraftstoffe? Lesen Sie mehr im Branchenbereich Bioenergie als Systemdienstleister.

Ein bereits erfolgreiches Instrument im Kraftstoffsektor sei die Treibhausgas-Minderungsquote, die fortgeführt und nun dringend erhöht werden müsse, beginnend mit einer Anhebung auf sieben Prozent in 2021 bis auf 16 Prozent in 2030. „Ohne Biokraftstoffe wird die Verkehrswende unerreichbar bleiben“, so der BBE-Vorstand. Im Wärmesektor würden mehr erneuerbare Energie für die Heizungssysteme in Neu- und Bestandsbauten, für industrielle Prozesswärme und kommunale Wärmenetze benötigt.

Verband spricht sich für Stabilisierungspfads im EEG aus

Darüber hinaus schlägt der BBE neben Verbesserungen an den Ausschreibungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die Festlegung eines „Stabilisierungspfads im EEG“ vor, der den Beitrag der Bioenergie mindestens auf dem heutigen Niveau hält und Platz für neue und bestehende Anlagen bietet. Zudem spricht der BBE sich für die Einführung einer CO2-Bepreisung aus.

Hintergründe zur Post-EEG-Phase im Bioenergiebereich finden Sie in unserem Dossier:

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