Erfinder von innovativer Wasserkraftanlage Finalist beim Europäischen Erfinderpreis

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Miroslav Sedláček hat sich mit der Erfindung einer Flüssigkeitsturbine ohne Schaufelblätter zur Wasserkrafterzeugung für das Finale des Europäischen Erfinderpreises 2016 in der Kategorie Forschung qualifiziert. Das teilte das Europäische Patentamt (EPA) mit. Die von Sedláček erfundene kleine Flüssigkeitsturbine erzeugt mit hohem Wirkungsgrad Strom aus Wasserwirbeln. Damit werde eine Stromerzeugung auch bei langsam fließenden und kleinen Gewässern möglich. „Sedláčeks Erfindung könnte einen Paradigmenwechsel in der sauberen Stromerzeugung aus Wasserressourcen bedeuten", sagte Benoît Battistelli, Präsident des Europäischen Patentamtes. Am 9. Juni 2016 wird die Auszeichnung im Rahmen eines Festakts in Lissabon zum nunmehr elften Mal verliehen. Seit mehr als 130 Jahren werden Wasserkraftwerke zur Stromerzeugung genutzt. Um Elektrizität zu gewinnen waren bis dato hohe Fließgeschwindigkeiten oder große Fallhöhen des Wassers nötig. Viele Gewässer eigneten sich aus diesem Grund nicht, um Strom aus hydrokinetischer Energie erzeugen zu können. Die kompakte Flüssigkeitsturbine, die der tschechische Ingenieur Miroslav Sedláček (65) entwickelt hat, ist den Angaben zufolge in der Lage, bereits mit niedrigsten Durchflussgeschwindigkeiten von weniger als zwei Litern pro Sekunde effektiv zu arbeiten. Die Funktionsweise der Erfindung baut auf dem physikalischen Prinzip sich drehender Flüssigkeiten auf – dem so genannten „Vortex Effekt“ in Wasserwirbeln. Die Turbine ermöglicht somit, auch aus Bächen, kleinen Flussläufen oder Gezeitenströmen Elektrizität zu erzeugen. Die Energiegewinnung aus Wasser werde damit auch für gering entwickelte und schwer erschließbare Regionen rund um den Globus attraktiv, heißt es seitens des EPA. Optimale Wirkungsgrade von 50 bis 60 Prozent erreicht die Flüssigkeitsturbine, die lediglich die Größe einer handelsüblichen Mikrowelle aufweist, mit Durchlaufraten von 22 bis 250 Litern pro Sekunde. Bis zu zehn kWh Strom pro Tag lassen sich den Angaben zufolge damit aus Wasserkraft gewinnen. Diese Energiemenge reicht aus, um einzelne Häuser und kleine landwirtschaftliche Betriebe und Gemeinden mit Strom zu versorgen. .

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