E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW suchen nach neuer Ausrichtung in der Energiewende

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Angesichts der Energiewende sind die großen Versorger in Deutschland auf der Suche nach einer neuen Ausrichtung und neuen Geschäftsmodellen. So betreibt etwa Deutschlands größter Energiekonzern unter der Marke „E.ON 2.0“ den bislang radikalsten Umbau in der Firmengeschichte. Den „großen Vier“ E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW ist der Titeltext der Ausgabe 5/2012 von EUWID Neue Energien gewidmet.

Die Publikation ist am 1. Februar erschienen und umfasst 99 Nachrichten und Berichte rund um die Energiewende auf 36 Seiten. Im Folgenden findet sich eine Kurzcharakteristik der Ausgabe (zur kompakten Übersicht gelangen Sie hier):

Übergreifende Themen

Das Bundesumweltministerium hat in der vergangenen Woche den Umweltforschungsplan (Ufoplan) 2012 veröffentlicht. Wie aus dem Ufoplan hervorgeht, soll die Forschung sicherstellen, dass erneuerbare Energien stärker bedarfsgerecht Strom erzeugen und Systemdienstleistungen für die Netz- und Versorgungssicherheit erbringen können. Auf die Stabilisierung des Netzes zielt auch die vom Bundeswirtschaftsministerium im Entwurf vorgelegte Abschaltverordnung. Energieintensive Unternehmen sollen demnach künftig bis zu 60.000 € pro Jahr als Entschädigung erhalten, wenn ihnen der Strom im Notfall abgeschaltet werden kann, wenn dies die Netzstabilität erfordert. Unterdessen ist das Interesse der Betreiber von Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien am neuen Instrument der „Marktprämie“ weiter gestiegen. Für den Februar wurden 17.007 MW Leistung aus Erneuerbaren für die Direktvermarktung angemeldet. Gegenüber dem Januar entspricht das einem Zuwachs um ein Viertel. Weitere Themen mit übergreifender Bedeutung umfassen in EUWID Neue Energien 5/2012 die IÖW-Studie zum Ausbau der Erneuerbaren in Brandenburg und die jüngsten Ökoenergie-Entwicklungen in Spanien und den USA.

Bioenergie

Der Produktion von Biodiesel und Pflanzenöl droht sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene ein baldiges Ende. Entsprechende Befürchtungen äußerte Klaus Kliem, der Vorsitzende der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP), in der vergangenen Woche beim Biokraftstoffkongress in Berlin. Demnach bereitet der Branche neben der drohenden Einführung von iLUC-Faktoren zur Berücksichtigung von indirekten Landnutzungsänderungen auch das Auslaufen der Steuerbegünstigung Ende 2012 Kopfzerbrechen. Kritik an der Förderung der Bioenergie kommt vom Bioökonomierat. Die Förderinstrumente führten dazu, dass der kommerzielle Wert landwirtschaftlicher Erzeugnisse für die Energieumwandlung teilweise höher sei als bei der Nahrungs- oder Futtermittelnutzung, kritisiert das Gremium. Thema der aktuellen Ausgabe von EUWID Neue Energien ist im Bioenergiebereich auch der aktuelle Holzpellet-Marktbericht von EUWID. Hier zeigt sich, dass der Pelletabsatz derzeit unter vollen Lagern entlang der Vermarktungskette leidet. Ergänzt wird die Bioenergieberichterstattung unter anderem mit Unternehmensmeldungen zu Evonik, Bebra Biogas und EDF Trading, den jüngsten Großhandelspreisen für Getreide und Ölsaaten und dem Preisindex des Statistischen Bundesamtes für Holzprodukte zur Energieerzeugung.

Solarenergie

Weltweit sind im Jahr 2011 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 27,7 GWp an die Stromnetze angeschlossen worden. Das berichtet der Europäische PV-Industrieverband EPIA auf der Grundlage vorläufiger Zahlen. Die Entwicklung innerhalb Europas stellte sich dabei sehr unterschiedlich dar. In Deutschland hat ein massiver Zubau im letzten Quartal des vergangen Jahres eine neuerliche Debatte über die Solarförderung gebracht. Ein konkretes Ergebnis brachte ein Spitzengespräch von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) mit den Spitzen der Regierungsfraktionen in der vergangenen Woche nicht, wahrscheinlich steht aber im Frühjahr eine weitere Kürzung der Förderung an. Unterdessen weisen Branchenexperten den Vorwurf zurück, dass insbesondere große Photovoltaikanlagen die Netze belasten. „Photovoltaikanlagen entlasten in aller Regel die Netze, in die sie einspeisen. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine große oder mehrere kleine Anlagen errichtet werden“, sagte der Herausgeber der Fachzeitschrift „Photon“, Philippe Welter. Unternehmensmeldungen im Solarbereich von EUWID Neue Energien 5/2012 thematisieren unter anderem die jüngsten Entwicklungen bei Q-Cells, Conergy, Centrosolar, Bosch, Solar Millennium, Kirchner Solar, S.A.G. Solarstrom und abakus solar.

Windenergie

Auch die Windbranche zieht Bilanz über das Jahr 2011. Nach aktuellen Erhebungen des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) wurden 2011 in Deutschland 895 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 2.007 Megawatt neu installiert. Ein nur bescheidener Anteil am Zubau geht bislang auf die Offshore-Windenergie zurück. Von den insgesamt 895 neu errichteten Anlagen wurden lediglich sechs Offshore-Anlagen mit 30 MW Leistung auf dem Meer errichtet. Ein tödlicher Unfall bei den Bauarbeiten zum Windpark Bard Offshore 1 hat unterdessen eine Sicherheitsdebatte angestoßen. Die Risiken beim Bau und Betrieb von Offshore-Windparks müssten stärker in den Blick genommen werden, forderte die SPD-Bundestagsfraktion. Weitere Berichte zur Windenergie in EUWID Neue Energien 5/2012 thematisieren das Marktpotenzial für Logistikleistungen rund um die Windkraft und die aktuellen Entwicklungen bei Siemens, REpower und Nordex. Ergänzt wird die Windberichterstattung mit den aktuellen Daten zur Windenergieeinspeisung in den Regelzonen der Übertragungsnetzbetreiber.

Geothermie und Wasserkraft

Trotz Fortschritten in der Bohrtechnik fristet die deutsche Geothermie nach wie vor ein Schattendasein. „Die Branche hat in den letzten Jahren große Schritte nach vorn gemacht“, sagte Susanne Schmitt vom Bundesverband Geothermie (GtV) in Berlin. Trotzdem würden die Möglichkeiten lange nicht mit aller Kraft ausgeschöpft. So sei die Zahl der bundesweit 19 laufenden, 18 entstehenden und 66 geplanten Projekte in tiefen Schichten vergleichsweise gering. Mit Blick auf das Thema Wasserkraft steht in der aktuellen Diskussion vor allem die komplementäre Nutzung der Wasserkraft als Energiespeicher im Mittelpunkt. In Rheinland-Pfalz ist nach Angaben der Grünen-Landtagsfraktion der Bau von entsprechenden Pumpspeicherkraftwerken bei Niederheimbach am Rhein, nahe Schweich an der Mosel und im Kreis Cochem-Zell bei Eller und Bremm im Gespräch. Die CDU kritisiert indes, dass die Grünen keine Antwort auf die Frage gäben, wann die Pumpspeicherwerke in Betrieb gehen könnten.

Sie können ein kostenloses Exemplar der aktuellen Ausgabe von EUWID Neue Energien unverbindlich direkt hier bestellen. Die Kurzcharakteristik der vergangenen fünf Ausgaben können Sie hier einsehen: Ausgabe 4/2012: 235 neue Offshore-Windturbinen mit 866 MW Leistung im Jahr 2011 in der EU ans Netz angeschlossen Ausgabe 3/2012: Fachverband Biogas erwartet für 2012 deutlichen Rückgang im Anlagenbau Ausgabe 1-2/2012: Internationalisierung des Biodieselmarktes verstärkt sich Ausgabe 32/2011: Erneuerbaren-Branche kritisiert Energy Roadmap 2050 der EU-Kommission Ausgabe 31/2011: Röttgen enttäuscht über Aus für CCS-Projekt von Vattenfall

EUWID Neue Energien – Energiewende kompakt

Das Informationskonzept von EUWID Neue Energien ist darauf abgestimmt, Leser mit knappem Zeitbudget schnell und trotzdem umfassend über die Entwicklungen in Märkten und Politik zu informieren. Die Redaktion sichtet hierzu täglich mehrere hundert Informationsquellen und spricht mit den Experten der Branche. Aus der Vielzahl der Quellen selektiert das Redaktionsteam die zentralen Fakten, recherchiert die Hintergründe und bündelt die Informationen in kompakter Nachrichtenform. Thematische Schwerpunkte von EUWID Neue Energien sind die Erzeugung von erneuerbaren Energien und die intelligente Nutzung von Energie. Neben Wirtschafts- und Politikmeldungen stehen dabei Markt- und Preisinformationen im Fokus. EUWID Neue Energien bietet unter anderem Preise für NawaRo-Holz, Pellets, Altholz, Sägerestholz, Biodiesel, Getreide und Ölsaaten, Solarmodule und Ökostrom. Auch die PV-Zubauzahlen der Bundesnetzagentur sowie Einspeisewerte für Solar- und Windstrom werden regelmäßig ausgewertet.

Sie finden diese Meldung auch im Internet unter http://www.openpr.de/news/603905.html

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