EnviTec und Balance planen gemeinsam Errichtung einer Bio-LNG-Verflüssigungsanlage

Biomethananlage von EnviTec in Güstrow
Biomethanlage von EnviTec in Güstrow (Bildquelle: EnviTec Biogas AG)

Gemeinsam mit der Balance Erneuerbare Energien GmbH plant die niedersächsische EnviTec Biogas AG die Errichtung einer Bio-LNG-Verflüssigungsanlage (Liquefied Natural Gas) in Deutschland in einem zu gründenden Joint-Venture. Die Kooperation steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Kartellbehörden. „Weiterführende Informationen können daher erst zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden“, heißt es in einer Mitteilung der Unternehmen.

Nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Weiterentwicklung der THG-Quote herrscht in der Bioenergiebranche eine große Aufbruchstimmung, was die Aktivitäten im Verkehrssektor angeht. „Die Voraussetzungen für den Einstieg in die Biokraftstoffproduktion sind ideal“, sagte jüngst EnviTec-Chef Olaf von Lehmden. Auch die Leipziger Verbio-Gruppe sieht beste Chancen am Markt: „Die Nachfrage nach fortschrittlichen Biokraftstoffen wird schon bald ein Vielfaches des konventionellen Biokraftstoffmarkts betragen“, schrieb Verbio-Vorstandschef Claus Sauter an die Aktionäre des Unternehmens. Bio-LNG werde sich dabei zu einem „globalen Megatrend“ entwickeln.

Mit EnviTec und Balance wollen jetzt zwei Schwergewichte am deutschen Biogasmarkt gemeinsam vorangehen. EnviTec hat mit dem Erwerb der Biogasanlage Güstrow bereits die Weichen gestellt, um das Thema Bio-LNG voranzutreiben. In die Umrüstung des Standorts, der bislang Biomethan in das Erdgasnetz einspeist, investiert EnviTec 35 bis 40 Mio. €. Neben einer CO2-Verflüssigungsanlage und einer LNG-Anlage zur Biomethanverflüssigung sind auch umfangreiche Ersatzinvestitionen wie beispielsweise in Dächer und Rührwerke erforderlich.

VNG-Tochter will Dekarbonisierung der Gasversorgung vorantreiben

Auch die VNG-Tochter Balance Erneuerbare Energien hat in der jüngeren Vergangenheit eine Reihe von Akquisitionen getätigt und ihr Portfolio an Biogasanlagen auf inzwischen 38 in Nord- und Ostdeutschland mit einer Feuerungswärmeleistung von 157 MWFWL erweitert. Der Ausbau der Bioenergie dient gemeinsam mit einem Fokus auf das Thema Wasserstoff der Umsetzung der Strategie VNG 2030+. Die Geschäfte des Gasanbieters sollen sich zunehmend der Dekarbonisierung widmen. „Dazu gehört vor allem, dass wir das substanzielle Wachstum der letzten Jahre im Bereich Biogas beibehalten“, heißt es bei VNG.

Hintergrund und Kontext:

Im Blickpunkt: Bio-LNG als Dekarbonisierungsoption im Verkehr

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