Envitec sieht großes Potenzial am französischen Biogasmarkt

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Symbolbild Biogas (Quelle: Envitec)

Feste Einspeisetarife für Biogas und das erklärte Ziel, den hohen Atomstromanteil von derzeit 75 auf 50 Prozent bis 2025 zu senken, machen Frankreich zu einem der dynamischsten Märkte für die Biogas- und Biomethanproduktion in Europa. Darauf weist der niedersächsische Biogasanlagenhersteller Envitec hin. Mit seinem nachhaltigen Maßnahmenpaket will die französische Regierung den Erneuerbaren-Anteil von aktuell 14,2 Prozent auf 32 Prozent bis 2030 erhöhen.

Kürzlich ist in Étréville in der Normandie eine Einspeiseanlage vom Typ „EnviThan“ mit einer Kapazität von 340 Nm³ pro Stunde in Betrieb gegangen. Sie speist das erzeugte Biomethan in das >60-bar-Netz des ortsansässigen Netzbetreibers GRTgaz ein. „Das EnviThan-Projekt ist für uns eine Premiere, da wir hier erstmalig Biomethan mit 64 bar direkt in das Hochdruck-Erdgasnetz einspeisen“, sagt Andreas Kley, Projektleiter der EnviTec Biogas AG. EnviTec Biogas greife auf die Erfahrung von Bauer Kompressoren aus München zurück. Der gelieferte Kolbenkompressor verdichtet das aufbereitete Biomethan von 9 auf 64 bar.

Biogasanlage wird ausschließlich mit organischen Abfällen und Lebensmittelresten betrieben

Die bereits 2012 in Betrieb genommene 1 MW-Anlage Agrienergie SAS von Betreiber Régis Marie wird ausschließlich auf der Basis organischer Abfälle und Lebensmittelreste betrieben, die sonst entsorgt werden müssten. Die neu errichtete Gasaufbereitungsanlage Vitaligaz wird laut EnviTec ebenfalls ausschließlich mit organischen Abfällen und Lebensmittelresten betrieben.

Ausgestattet wird die neue Anlage in Étréville außerdem durch eine innovative Gärrestaufbereitungstechnologie der EnviTec-Tochter A3 Water Solutions GmbH. Die Anlage befindet sich derzeit im Bau und werde voraussichtlich im zweiten Quartal 2018 in Betrieb genommen. Die bei der Vergärung organischer Abfälle entstehenden Gärreste der Biogasanlage werden nach dem MPS-Verfahren (Multi-Phase-Separation) aufbereitet. Dabei entsteht sowohl gereinigtes Wasser, das direkt in einen Vorfluter eingeleitet wird, als auch hochwertiger Dünger.

Vier weitere Biogasanlagen in Frankreich im Bau

Neben der Fest-Flüssig-Separation, der Ultrafiltrationseinheit und der Umkehrosmoseeinheit ist eine weitere Umkehrosmosestufe installiert, um den entstehenden Dünger aus der vorhergehenden Stufe weiter aufzukonzentrieren und das Volumen noch weiter zu minimieren. Der Einsatz einer Heiß-Ultrafiltration reduziert den Energiebedarf der Aufbereitung dabei um mehr als 50 Prozent.

Christian Ernst, Geschäftsführer der EnviTec Biogas-Niederlassung in Frankreich, erwartet auch in der nächsten Zeit eine anhaltende Nachfrage. Aktuell befänden sich vier weitere Anlagen im Bau, zudem gebe es eine Vielzahl von Anfragen für weitere Projekte.

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