Engie will in Gera neun BHKW mit 145 MWth Leistung bauen

Die Energieversorgung Gera (EGG) und Engie Deutschland wollen die Fernwärmeversorgung in Gera umbauen. Die deutsche Gesellschaft des französischen Energiekonzerns Engie plant nach Angaben der Unternehmen die Errichtung von neun gasbetriebenen Blockheizkraftwerken (BHKW) mit einer Leistung von insgesamt 145 MW thermisch und 40,5 MW elektrisch, die Strom und Wärme erzeugen.

Die Blockheizkraftwerke sollen an zwei Standorten in Lusan und Gera Nord aufgestellt werden. Die EGG werde die erzeugte Wärme auf Basis eines Wärmelieferungsvertrages zur Versorgung der Kunden in Gera abnehmen. Für die „erheblichen Finanzierungsaufwendungen“ der Anlagen zeichnet Engie verantwortlich. Die Investitionssumme liegt dabei im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, wie Engie auf EUWID-Anfrage präzisierte.

Inbetriebnahme der Blockheizkraftwerke Ende 2018 vorgesehen

Mit der Umstellung der Fernwärmeversorgung von zentralen auf dezentrale Erzeugungseinheiten setze Engie in Gera die Anforderungen der Energiewende um, sagte Manfred Schmitz, CEO der Engie Deutschland. „Wir erzeugen die Wärme da, wo sie gebraucht wird, und erhöhen die Effizienz.“ Die Bauarbeiten sollen 2017 beginnen, die Inbetriebnahme ist für Ende 2018 vorgesehen. Die BHKWs werden das Kraftwerk Gera-Nord sowie das Heizwerk Gera-Süd ablösen. Die beiden 20 Jahre alten Anlagen entsprächen unter anderem durch den gesunkenen Fernwärmebedarf in Gera inzwischen nicht mehr den Anforderungen. Die Neuaufstellung der Fernwärmeversorgung ermögliche es der EGG, die Fernwärmepreise für die Kunden stabil zu halten und die Versorgungssicherheit auf lange Sicht zu gewährleisten, stellte André Grieser, Geschäftsführer der EGG, heraus. Damit einhergehend werde das bisher zum Teil dampfbetriebene Fernwärmenetz vollständig auf Heißwasser umgestellt und somit ebenfalls die Effizienz erhöhen.

Engie mit einschlägigen Erfahrungen am Markt für Contracting und Energiedienstleistungen

Engie hatte im November 2016 100 Prozent an der EGG und der Kraftwerke Gera GmbH übernommen mit dem Ziel, nach der Insolvenz des zweiten Anteilseigners Stadtwerke Gera zu einer stabilen Aktionärsstruktur zurückzukommen. Engie verfügt über einschlägige Erfahrungen mit dem Umbau von Fernwärmesystemen und ist unter anderem darauf spezialisiert, Anlagentechnik- und Contracting-Lösungen zu konzipieren und umzusetzen.

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