Engie Afrique SAS übernimmt Solarsystem-Start-up mobisol

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solar panels transforming sunlight into energy
Quelle: kalafoto / Fotolia

Das insolvente Berliner Solarsystem-Start-up mobisol ist gerettet. Knapp drei Monate nach Start des Investorenprozesses übernimmt die Engie Afrique SAS (Engie), ein Unternehmen des französischen Energiekonzerns Engie SA, die mobisol GmbH mit den über 60 Mitarbeitern sowie den wesentlichen Tochtergesellschaften. Das teilte mobisol in der vergangenen Woche mit.

Mobisol ist ein Berliner Start-up-Unternehmen, das sich mit der Entwicklung und Vermarktung von Solarsystemen für netzferne Regionen, vornehmlich in Afrika, befasst. Mobisol stellt Endverbrauchern – häufig im Wege von Mikrofinanzierungen – dezentrale Solarsysteme zur Verfügung und ermöglicht so auch in entlegenen, infrastrukturfernen Gebieten eine Stromversorgung, unter anderem für Internetzugänge, Ladestationen oder elektrisches Licht. Aktuell versorgen mobisols Solarsysteme knapp 150.000 Haushalte in Afrika mit Strom.

Im April 2019 hatte mobisol Insolvenz erklärt

Im April 2019 hatte das Unternehmen einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung nach § 270a InsO gestellt. Seither wird der Geschäftsbetrieb an der Berliner Zentrale in der Skalitzer Straße und in den verschiedenen Tochtergesellschaften in Asien und Afrika ohne Einschränkungen fortgeführt. In enger Abstimmung mit dem Sachwalter und dem Gläubigerausschuss hat die Eigenverwaltung unmittelbar nach Verfahrenseinleitung einen Investorenprozess aufgesetzt.

Übernahme bedarf noch kartellrechtlicher Freigabe

Als dessen Ergebnis konnte nunmehr die Vereinbarung mit Engie unterzeichnet werden. Die Transaktion umfasst den gesamten Betrieb, einschließlich aller Mitarbeiter der Berliner Unternehmenszentrale und die operativen Tochtergesellschaften, die die Märkte in Tansania, Kenia und Ruanda bedienen. Sie bedarf nun noch der kartellrechtlichen Freigabe. Über die weiteren Konditionen des Kaufvertrages haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

Enge Zusammenarbeit zwischen Eigenverwalter, Sachverwalter und Gläubigerausschuss

Als Sachwalter hatte das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg den Berliner Rechtsanwalt Friedemann Schade, Partner der Sozietät BRL Boege Rohde Luebbehuesen, eingesetzt. Schade beaufsichtigte das Verfahren seither mit zwei weiteren Restrukturierungsexperten seiner Kanzlei, Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Friedrich von Kaltenborn-Stachau sowie der auf Insolvenzrecht spezialisierten Rechtsanwältin Fiona Schmidt.

Mit der insolvenzrechtlichen Steuerung der Eigenverwaltung hatte das Unternehmen die Sanierer von Restrukturierungspartner jwt und der Kanzlei Dentons beauftragt. Stefan Weniger von Restrukturierungspartner jwt war für die Dauer der Eigenverwaltung zum Sanierungsgeschäftsführer bestellt. Dentons betreute das Verfahren mit ihrem Frankfurter Partner, Rechtsanwalt Daniel Fritz.            

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