Enervie-Pumpspeicherkraftwerk Rönkhausen droht das Aus

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Dem Pumpspeicherkraftwerk Rönkhausen des Energieversorger Enervie droht laut einem Bericht der „WAZ” das Aus. Zur Begründung nannte ein Enervie-Sprecher anstehende Ausgaben. Im nächsten Jahr müssten Sanierungsarbeiten am Oberbecken sowie Revisionsmaßnahmen am Maschinenpark in Höhe von bis zu 25 Mio. € vorgenommen werden. Das sei eine Summe, die der in der Umstrukturierung steckende Hagener Energieversorger alleine nicht stemmen könne. Deshalb sollen diese Ausgaben zurückgestellt werden.

Zudem hatte Enervie im Mai 2014 angekündigt, bis zum Jahr 2022 vollständig aus der konventionellen Stromerzeugung aussteigen zu wollen, wenn sich nicht Grundlegendes an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ändere. Von dieser Absicht wäre dann auch das Pumpspeicherkraftwerk in Rönkhausen betroffen.

Dabei hatte Enervie noch vor rund drei Jahren Pläne für ein zweites, größeres Pumpspeicherkraftwerk in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Pumpspeicherkraftwerk in Rönkhausen vorgestellt und dabei von einer effektiven sowie konkurrenzlos günstigen Möglichkeit gesprochen, Ökostrom zu speichern, so die „WAZ”. Jetzt heißt es, dass wegen der Marktpreise für Strom eine Weiterführung des bestehenden Pumpspeicherkraftwerks aus dem Jahr 1969 angesichts der notwendigen Investitionen für die angeschlagene Enervie wirtschaftlich nicht darstellbar sei.

Damit sind die Pläne für ein zweites Pumpspeicherwerk ebenso vom Tisch wie jene für eine Erweiterung der Kapazität des Rönkhauser Kraftwerks. Da man aber glaube, dass es für Pumpspeicherkraftwerke in der Zukunft wieder Marktchancen geben könnte, sucht Enervie nach den Worten ihres Sprechers derzeit einen Partner, der sich an den Kosten beteiligt. Sollte sich keiner finden, sei beim jetzigen Stand eine Stilllegung des Rönkhauser Kraftwerks zum Jahresende realistisch. (MBI)

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