Energy Awards in fünf Kategorien und drei Sonderpreise verliehen

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Energizer of the Year 2017: Håkan Samuelsson ist Präsident und CEO der Volvo Car Corporation.
Quelle: Energy Awards © Ulf Büschleb

In Berlin sind am Donnerstag zum fünften Mal die Energy Awards verliehen worden. Zu den Themen, die sich durchsetzen konnten, zählen das Autarkiekonzept eines Industriebetriebs, die Elektrifizierung von Lieferfahrzeugen, ein Innovations-Quartier mit Sektorkopplung, ein neuartiges Netzausbauverfahren sowie ein Schulprojekt zur Verbesserung der Energieeffizienz.

Wie das an der Preisverleihung beteiligte Handelsblatt mitteilte, wurden die Gewinner von der Energy Academy gewählt. Diese besteht aus 220 Ingenieuren, Wissenschaftlern, Geschäftsführern und Vorständen von Energieunternehmern und Beratungsagenturen der Energiewirtschaft, Professoren, Umweltforschern, Managern und Politikern.

Die vom Handelsblatt und GE initiierten und von den Partnern BearingPoint, dena, IWO, KPMG, energate und n-tv unterstützten Energy Awards ehrten neben den Preisträgern der fünf Kategorien “Industrie”, “Mobilität”, “Smart Infrastructure”, “Start-up” und “Utilities & Stadtwerke” auch die Gewinner der Sonderpreise „Energizer of the Year“, „Energy 4.0“ und „European Energy Project“.

Industrie

In der Kategorie „Industrie“ siegte die Karmeliten Brauerei Karl Sturm GmbH & Co. KG. Mit seinem modularen Energiekonzept verfolgt das Unternehmen das Ziel, energieautark zu werden. Dazu setzt die Brauerei auf den Einbau eines neuen Sudhauses, die Optimierung der Versorgungstechnik und die Vernetzung der neuen Komponenten in die Brauerei. Dreh- und Angelpunkt der heißwasserbetriebenen Brauerei sind isolierte Energiespeichertanks und intelligente Verteilerkreisläufe. Das Wasser selbst dient sowohl als Speicher- wie auch als Transportmedium. Der Heißwasserspeicher ist technisch als oberirdischer Transfer- und Pufferspeicher mit signifikanter Temperaturschichtung ausgeführt, er fungiert als Schnittstelle zwischen Wärmeverbraucher und Wärmeerzeuger.

Mobilität

Gewinner der Kategorie „Mobilität“ ist die BPW Bergische Achsen KG. In dem Projekt eTransport hat das Unternehmen einen Achsantrieb von Grund auf neu konzipiert, mit dem leichte bis mittelschwere Lieferfahrzeuge ohne Lärm und Abgasausstoß in Innenstädten fahren können. Damit mache BPW die Citylogistik leiser und sauberer. Das System ist für die Erfüllung einer typischen Tagesmission (40 bis 80 km) im innerstädtischen Verteilerverkehr ausgelegt. Die Aufladung der Batterie erfolgt nachts in wenigen Stunden.

Smart Infrastructure

Die Jost Energy AG hat in der Kategorie „Smart Infrastructure“ den Energy Award 2017 gewonnen. Das Unternehmen engagiert sich beim QE7-Erlangen. QE7-Erlangen ist ein gemischt genutztes Innovations-Quartier mit einer Kopplung und digitalen Vernetzung der Sektoren Wärme, Kälte, Strom und Mobilität. PV, Geothermie und Kraft-Wärme-Kälte Kopplung werden mit Wärme- und Stromspeichern kombiniert. Lokale Leitungen verteilen Wärme und Strom, wodurch sich energie- und lastspezifische Synergien ergeben. Weltweit erstmalig werden ein LOHCWasserstoffspeicher sowie die energetische und digitale Einbindung von e-mobility in einem Quartier realisiert.

Start-up

Als Start-up wurde die AGS-Verfahrenstechnik GmbH ausgezeichnet. Das Unternehmen stellt ein erprobtes Verfahren zum Stromnetzausbau zur Verfügung, das Themen wie schnelle Umsetzbarkeit, Wirtschaftlichkeit, hohe ökologische Qualität und das Nutzen bereits vorbelasteter Infrastruktur aufgreift. Zudem kann das Kabel mittels des Auftriebsverfahrens jederzeit zugbelastungsfrei wieder aus dem Leerrohr gezogen, repariert oder ersetzt werden. Teure Erdarbeiten im Bereich der Trasse entfallen.

Utilities & Stadtwerke

In der Kategorie “Utilities & Stadtwerke“ hat die Stratum GmbH gewonnen. Mit dem Projekt „Mit Köpfchen statt Kohle“ ist es dem Unternehmen gelungen, Schüler- und Schulprojekte zur Verbesserung der Energieeffizienz zu einer Dauereinrichtung an 18 Schulen zu machen: eine Win-Win-Situation an der Schnittstelle zwischen Pädagogik, Schulentwicklung und Gebäude-/Energietechnik. 

Energizer of the Year

Der Sonderpreis Energizer of the Year ging an Håkan Samuelsson. Der Volvo-Chef „hat eine mutige Entscheidung für sein Unternehmen getroffen. Ab 2019 sollen alle neuen Modelle ausschließlich Hybrid- oder reine Elektroantriebe haben. Das ist gelebte Zukunft und für uns als Energy Academy der Handelsblatt Energy Awards ein richtungsweisender Schritt im Bereich E-Mobilität. Håkan Samuelsson braucht keine Quoten – er setzt mit unternehmerischer Energie um, was sich die Vordenker der Elektromobilität seit Jahren wünschen. Für diese Leistung zeichnet die Energy Academy ihn mit dem Sonderpreis „Energizer of the Year 2017“ aus“, so Hans-Jürgen Jakobs, Senior Editor des Handelsblatt und Co-Chairman der Veranstaltung.

Sonderpreis Digitalisierung

Der Sonderpreis Energy 4.0, eine Weiterentwicklung aus dem Sonderpreis Digitalisierung, ging an NEW 4.0 mit ihrem länderübergreifenden Praxisgroßtest eines flexiblen, innovativen Energiesystems zur ganzheitlichen Systemintegration erneuerbarer Energien. Bei dem Projekt werden erstmals alle Komponenten und Akteure innerhalb eines Energiesystems auf Basis digitaler Prozesse und weiterentwickelter Marktregeln vernetzt und zusammengeführt.

Sonderpreis European Energy Project

Darüber hinaus durfte sich das Fraunhofer IWES, Armines und deren Projektpartner mit ihrem Projekt REstable über den Sonderpreis European Energy Project freuen. Die übergeordnete Aufgabe des deutsch-französisch-portugiesischen Gemeinschaftsprojekts ist die Identifikation der wesentlichen technischen, wirtschaftlichen und regulatorischen Herausforderungen und Probleme bei einer Umstellung des europäischen Stromversorgungssystems auf erneuerbare Energien und die Erarbeitung geeigneter Lösungsstrategien.

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