Energiewende vor Ort: Wuppertaler Stadtviertel wird zum virtuellen Kraftwerk

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In Wuppertaler Wohnquartieren sollen virtuelle Kraftwerke im Rahmen eines vom Land Nordrhein-Westfalen finanzierten Projektes eingerichtet werden. Ziel sei es, Maßnahmen zu entwickeln, wie die Energiewende vor Ort in den Kommunen umgesetzt werden könne. Dabei sollen Möglichkeiten untersucht werden, über intelligente Steuerungen den Verbraucher in die Lösung mit einzubeziehen, heißt es in einer Mitteilung der Wuppertaler Stadtwerke (WSW). Um das Projekt umzusetzen, haben sich die WSW, die Bergische Universität und der Verein „Aufbruch am Arrenberg“ zusammengeschlossen. Als assoziierter Partner ist auch die GWG Gruppe, ein Unternehmen der Wohnungswirtschaft, mit im Boot. Eines der Wuppertaler Stadtviertel, die mit in das Projekt einbezogen werden sollen, ist der Arrenberg. Als „Reallabor“ soll hier ein Teil der Simonsstraße/Gutenbergstraße zum virtuellen Kraftwerk umfunktioniert werden. Zudem werden Objekte der GWG im Rahmen eines weiteren Reallabors Untersuchungsgegenstand im Projekt. Besondere an dem Projekt am Arrenberg sei, dass hier auch Privathaushalte und kleine Gewerbebetriebe in die Betrachtung virtueller Kraftwerke einbezogen werden. Sie spielten nicht nur als mögliche Betreiber von Erzeugungsanlagen eine Rolle, sondern auch als Verbraucher. „Lastverschiebung“ laute hier das Zauberwort.

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Die größten Energieverbraucher im Privathaushalt seien neben Warmwasseraufbereitung, Kühl- und Gefriergeräten Waschmaschinen und Wäschetrockner. Bei dem Vorhaben sollen Konzepte entwickelt werden, wie sich die Nutzung solcher Verbraucher in die Tageszeiten mit hohem Energieangebot verschieben lässt. Um das unter reellen Bedingungen testen zu können, würden Haushalte gesucht, die sich an dem Projekt beteiligen. Auch Elektromobilität soll Teil des Konzepts sein, denn E-Autos könnten als Energiespeicher dienen. Der Verein „Aufbruch am Arrenberg“ habe es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen im Quartier zum Mitmachen zu motivieren. Entwicklung eines „holistischen Betriebskonzeptes“ Das Wuppertaler Projekt ist Teil des NRW-weiten und mit rund 30 Mio. € ausgestatteten Wettbewerbs „Virtuelle Kraftwerke NRW“, für den sich WSW, Bergische Uni und der Aufbruch am Arrenberg e.V. erfolgreich beworben hatten. Kern der Aufgabe sei es, ein „holistisches Betriebskonzept“ für das virtuelle Kraftwerk zu entwickeln. Dafür müssten flexible Konzepte auf unterschiedlichsten Ebenen erarbeitet werden. So würden die Stadtwerke untersuchen, mit welchen Messeinrichtungen relevante Daten gewonnen werden können und wie diese Daten zu analysieren und weiterzuverarbeiten seien. Dabei gehe es neben fernauslesbaren Zählern auch um neue Arten der Datenübertragung. Denkbar sei etwa die Übermittlung von Messdaten über ein Funknetz. Es müsse die Möglichkeit bestehen, die teilnehmenden Haushalte beispielsweise über Smartphone oder Tablet zu benachrichtigen, wann bestimmte Verbrauchsgeräte eingeschaltet werden sollen. Besonders interessant für die WSW als Energieversorger sei die Frage, durch welche Anreize die Endkunden motiviert werden könnten, ihr Verbrauchsverhalten gemäß dem tatsächlichen Energieangebot im Netz zu verändern. Ein solcher Anreiz könnte etwa ein Stromtarif sein, der an die flexible Angebotsnutzung angepasst sei. Wichtige Fragestellungen würden sich zudem aus der beabsichtigten Lastverschiebung ergeben. Es werde untersucht, welche Stromverbräuche sich überhaupt verschieben lassen und wie dies von Privatverbrauchern im Alltag umgesetzt werden könne. Das Projekt befasse sich auch mit der Frage, welche Flexibilitäten auf Erzeugerseite, etwa beim Betrieb Erneuerbarer-Energien-Anlagen, realisierbar sind. Auch die Möglichkeit der Zwischenspeicherung sowie die Vermarktung der im virtuellen Kraftwerk produzierten Energie seien des Forschungsvorhaben, das den Angaben zufolge jetzt über drei Jahre läuft.

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