Energiespeicher spielen eine zentrale Rolle für eine Energiewende, die auf fluktuierend darbietenden Technologien wie Wind und Solar beruht. Energiespeicher sind dabei nicht der einzige Ansatzpunkt zur Abstimmung von Angebot und Nachfrage, aber sie sind vielfältig einsetzbar und mit ihnen lassen sich nahezu alle Fragen der Sektorkopplung adressieren.

In der kommenden Woche trifft sich die Energiespeicherbranche zur Energy Storage Europe, um den aktuellen Status der Branche zu diskutieren und neue Produkte und Lösungen vorzustellen. Und auch die jetzt erschienene Ausgabe 10/2018 von EUWID Neue Energie macht das Thema Energiespeicher zum Aufmacher.

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Urban Windelen (Quelle: BVES)

Ein großes Hemmnis für die Entwicklung der Speicherbranche ist bislang das regulatorische Umfeld, das ein ungeeignete Korsett bildet. Die Vielfalt von Speichern kann sich bislang nur schwer entfalten. Der Koalitionsvertrag stellt die Energiespeicher zumindest rhetorisch dorthin, wo die Branche sich selbst verortet: im Zentrum der Energiewende. Die Sorge bleibt aber bestehen, dass es bei einem “Herumdoktern an Symptomen” bleibt, wie es der Bundesgeschäftsführer des Branchenverbands BVES, Urban Windelen, im EUWID-Interview ausdrückt.

Speicher sind gerade kein ‘One-trick Pony’ wie eine Stromleitung

Wichtig wäre es für die Branche, wenn der “Multi-Use” von Speichern zur Geltung käme. “Speicher sind gerade kein ‘One-trick Pony’ wie eine Stromleitung. Das Bild des Speichers als multifunktionales Schweizer Messers passt da viel besser”, sagt Windelen. Es werde Zeit, Speicher als vierte Säule des Energiesystems zu verankern.

Prof. Dr. Ulrich Wagner
Ulrich Wagner (Quelle: FfE)

In einem weiteren Interview, das EUWID für den kommende Woche erscheinenden Report “Energiespeicher im Aufwind” geführt hat, befasst sich Prof. Dr. Ulrich Wagner, Wissenschaftlicher Leiter der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE), auch mit der Frage der volkswirtschaftlichen Effizienz von Speichern. “Speicher sorgen für den zeitlichen Ausgleich, Netze für den räumlichen Ausgleich. Daher sind beide zwingend erforderlich und der Ausbau muss aufeinander abgestimmt sein”, betont der Wissenschaftler.

Er weist aber auch auf volkswirtschaftliche Grenzen des Speichereinsatzes und die Bedeutung des Netzausbaus hin: “Nachdem der Nutzungsgrad des Stromnetzes typischerweise höher liegt als derjenige von Speichern, ist aus dem Blickwinkel der Energieeffizienz der Ausbau des Stromnetzes vorrangig.”

Realisierbares Potenzial Erneuerbarer in Deutschland wird niemals ganzjährig lückenlos den Leistungsbedarf decken

Die größten Technologiesprünge erwartet Wagner bei Batterietechnologien und Power2Fuel-Technologien (PtF) zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe. Für Batterietechnologien sei eine effiziente Mobilität durch Elektroantriebe der wichtigste Treiber. “Dies gilt auch für PtF, das an Bedeutung zunehmen wird, weil das realisierbare Potenzial Erneuerbarer Energien in Deutschland niemals ganzjährig lückenlos den Leistungsbedarf decken wird.”

Der EUWID-Report “Energiespeicher im Aufwind” erscheint zur Energy Storage Europe. Die 64-seitige Sonderpublikation. bietet einen aktuellen Überblick über die wichtigsten Trends und Entwicklungen an den unterschiedlichen Teilmärkten für die Energiespeicherung. Die Grundlage für die Artikel und Analysen bildet die Berichterstattung in wöchentlich erscheinenden Brancheninformationsdienst EUWID Neue Energie. Der Report umfasst darüber hinaus eine Vielzahl weiterführender Analysen, Tabellen, Schaubilder und Interviews mit Branchenexperten.

Der Report bildet zugleich den Startschuss für ein neues Themen-Special Energiespeicher. Hier haben Kunden mit spezifischem Interesse am Energiespeicher-Thema die Möglichkeit, alle Informationen aus dem redaktionellen Spektrum von EUWID Neue Energie, die sich dem Thema widmen, künftig separat zu nutzen, ohne dass dafür ein Vollabonnement des Brancheninformationsdiensts EUWID Neue Energie erforderlich wäre. Im Rahmen einer Aktion gibt es Sonderkonditionen für alle, die sich bis zum 15. März in den kostenlosen Energiespeicher-Newsletter von EUWID eintragen.

EUWID Neue Energie

EUWID Neue Energie 10/2018 ist am 7. März erschienen und umfasst 55 Berichte, Analysen, Interviews und zahlreiche Tabellen und Graphiken auf 28 Seiten. Kernfragen der redaktionellen Arbeit des Teams von EUWID Neue Energie sind:

  • Wie gelingt der Umbau der traditionellen Energiewirtschaft hin zu einem auf regenerativen Quellen basierenden Energiesystem der Zukunft?
  • Und wie können die Akteure am Markt den Umbauprozess für sich ökonomisch und gewinnbringend gestalten?

Wenn Sie das Gesamtangebot von EUWID Neue Energie kostenlos testen möchten, dann folgen Sie diesem Link.

(Foto für Beitragsbild: Massimo Cavallo / Fotolia)

Diesmal legen wir Ihnen folgende Themen von EUWID Neue Energie besonders ans Herz:

Speicher und Netze: Wie sind beide für die Energiewende optimal zu kombinieren?

„Ausbau von Stromspeichern und Netzen ist zwingend erforderlich“

Das Personalpuzzle ist nach dem SPD-Mitgliederentscheid noch lange nicht abgeschlossen

Nach dem „Ja“ für die Große Koalition: Welche Köpfe bestimmen künftig die Energiepolitik?

Der Biomasse-Spezialist Danpower geht komplett ins Eigentum von enercity über

Enercity erwirbt Danpower vollständig und verkauft WKN-Anteile an PNE Wind

Die Fördersätze für Windkraftanlagen, die noch außerhalb der Ausschreibungen realisiert werden, sinken weiter

BNetzA senkt Fördersätze für Windenergie an Land ab Juli um 2,4 Prozent

2 KOMMENTARE

  1. Nicht vergessen sollte man als Teillösung die Bioenergie die regelbar Strom produzieren kann. Überdies auch mit Biomethan als Kraftstoff im Bereich erneuerbare Mobilität.

    • Vielen Dank für den Kommentar!
      Definitiv. Bioenergie kann eine wichtige komplementäre Rolle spielen. Deshalb erscheint uns mit Blick auf die Speicherthematik auch der volkswirtschaftliche Aspekt so wichtig. Ein optimaler Mix sollte auf nachhaltig bereitgestellte Bioenergie nicht verzichten. Gerade in der Post-EEG-Phase wäre es ein Schaden, wenn man den Anlagenbestand nicht weiter nutzt, ggf. mit veränderter Aufgabenstellung und Substratnutzung.

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