Energiespeicher: „Batteriepreise werden nicht mehr in der bisherigen Geschwindigkeit sinken“

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Im Bereich der Energiespeicher-Technologien sind die Preise für Batteriezellen in den vergangenen Jahren deutlich stärker gesunken, als es selbst Optimisten erwartet hatten. In diesem Tempo wird die Entwicklung aber nicht weitergehen. Das zumindest sagt Prof. Dirk Uwe Sauer von der RWTH Aachen, der sich auf der 11. Internationalen Speicherkonferenz Erneuerbarer Energien (IRES) in einem Vortrag mit dem Thema befasst hat.

“Da wird es keine Technologiesprünge geben, egal, was in der Zeitung steht“, sagte Sauer. Es gehe naturwissenschaftlich nichts daran vorbei, dass man ein Lithium-Atom pro Elektron benötige. Gleichwohl gebe es weiter Spielräume für Preissenkungen, etwa durch eine Erhöhung der Energiedichte der Batterien. Die Ausführungen von Sauer auf dem Titel von EUWID Neue Energie 12/2017 bilden den Einstieg in einen thematischen Sonderteil zum Komplex Energiespeicher. Die Publikation bietet den Lesern Orientierung auf dem Weg zu den Energiemärkten der Zukunft. Diesmal umfasst die wöchentlich erscheinende Fachzeitung 103 Nachrichten, Berichte und Analysen zur Energiewende auf 40 Seiten. Worum es im Detail geht, kann hier nachgelesen werden. Im Sonderthemenbereich Energiespeicher findet sich in der aktuellen Ausgabe auch ein Interview mit Alexander Schönfeldt von Younicos. Er beschreibt die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Batteriespeicher und macht deutlich, dass sich Investitionen in Großbatterien im Idealfall bereits nach wenigen Jahren amortisieren können. Die Energiespeicher sind auch mit Blick auf die Sektorkopplung eine wichtige Technologie. Sie können Strom bei einer hohen Produktion etwa aus Wind- und Solaranlagen aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben. Inzwischen gibt es weit über 50.000 Solarstromspeicher in Deutschland. Auch die Elektromobilität bietet perspektivisch erhebliche Speicherkapazitäten. Aber ist die Sektorkopplung über eine weitgehende bis vollständige Elektrifizierung von Wärme- und Verkehrssektor der einzige erfolgversprechende Weg für eine effiziente Sektorkopplung?

Hier gibt es durchaus Kombinationsmöglichkeiten und alternative Sichtweisen, die zumindest in einer längerfristigen Umbauphase eine wichtige Rolle für Konzepte wie Power-to-Gas, Bioenergie und Kraft-Wärme-Kopplung sehen. Die Frage der Rolle der Sektorkopplung für die KWK (und umgekehrt) spiegelt sich auch in der Produktstrategie der Gebäudetechnikbranche wider. Während etwa Vaillant jetzt den Schwerpunkt auf der Wärmepumpe stärken will und der KWK über die Brennstoffzelle gegenwärtig keine Perspektiven einräumt, berichtet Konkurrent Viessmann von einer „sehr erfolgreichen“ Markteinführung der Brennstoffzellenheizung. Man arbeite bereits an der nächsten Generation, heißt es.

Wenn Sie EUWID Neue Energie einmal testweise lesen wollen, ohne dafür Geld auszugeben oder irgendeine Verpflichtung einzugehen: Sehr gerne 🙂
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Die Sektorkopplung ist ein Thema, das nach Einschätzung vieler Marktbeobachter gesellschaftlich diskutiert werden müsste. Und ein Thema, bei dem auf der politischen Ebene die Stellschrauben bald gestellt werden müssen. Und nicht wenigen Akteuren stehen Energiewende und Klimaschutz gegenwärtig in der Politik gegenwärtig nicht hoch genug auf der Agenda. Eine Kampagne mit dem Namen Klima first“ will jetzt den Druck auf die Politik erhöhen, dem Thema mehr Aufmerksamkeit und Dringlichkeit zuzuweisen.

Weitere Themen in EUWID Neue Energie:

  • Überhitzung auf den Märkten für A1-Pellets bis Mitte März weitgehend abgeklungen: Seit Anfang Februar konnten mitteleuropäische Pelletwerke ihre Produktion wieder allmählich ausfahren. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Marktbefragung von EUWID im Bereich Holzpellets.
  • Biokraftstoffbranche fordert Korrekturen an europäischer Biokraftstoffpolitik: Die Biokraftstoffbranche hat erneut vor einem Scheitern beim Klimaschutz gewarnt, wenn die Politik den Beitrag der Biokraftstoffe unberücksichtigt lässt. „Wenn es Bundesregierung und Europäische Union ernst meinen mit Klimaschutz und dem Klimavertrag von Paris, müssen alle verfügbaren Maßnahmen zum Einsatz kommen – auch Biodiesel und Bioethanol.“
  • VKU-Tagung: Stadtwerke auf der Suche nach innovativen Geschäftsmodellen: Die Digitalisierung bringt eine Unternehmenskultur der komplexen Vernetzung mit sich. Und eine Kultur der stärkeren Zuwendung zum Kunden. Das wurde auf dem VKU-Verbandstag in Berlin einmal mehr sehr deutlich.

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