Energieeffizienz, Sektorkopplung und viele offene Fragen zur Zukunft des Strommarkts

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Die Konsultation des Impulspapiers „Strom 2030“ und des „Grünbuchs Energieeffizienz“ des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) zeigt, dass es noch eine Vielzahl von offenen Fragen zur künftigen Rolle der Energieeffizienz in einem auf fluktuierenden erneuerbaren Energien basierenden Stromsystem gibt. Die zunehmende Sektorkopplung macht es erforderlich, auch die Energieeffizienz übergreifend zu denken. Aber was heißt das konkret und ist ein strategischer Vorrang der Energieeffizienz ("Efficiency First") der richtige Weg? Die Analyse der Stellungnahmen zeigt, dass es hier zum jetzigen Zeitpunkt keinen Konsens gibt.

Der Titelbericht der Ausgabe 45/2016 von EUWID Neue Energie befasst sich mit der Bewertung von „Efficiency First“ und skizziert die Debatte anhand von Stellungnahmen zum „Impulspapier Strom 2030“ und zum „Grünbuch Energieeffizienz“, die das Bundeswirtschaftsministerium bis Ende Oktober zur öffentlichen Bewertung zur Verfügung gestellt hat.

Insgesamt umfasst die am 9. November erschienene Ausgabe des Brancheninformationsdienstes 95 Berichte, Nachrichten und Analyse zur Energiewende auf 32 Seiten. Einen Überblick über sämtliche Themen der aktuellen Ausgabe von EUWID Neue Energie können Sie hier abrufen.

Die Stellungnahmen zu den BMWi-Papieren machen deutlich, dass es noch viele offene Fragen zur Zukunft des Energiesystems und des Strommarkts gibt. Wie weit geht die Sektorkopplung? Und welchen Wert hat Energieeffizienz in einem Energiesystem, in dem eine Überschussproduktion von Strom künftig in andere Sektoren übertragen werden kann, etwa über Technologien wie Power-to-Heat oder Power-to-Gas?

Ungeklärt ist auch die Rolle, die die Bioenergie künftig spielen wird. „Brauchen wir Biomasse als Flexibilitätsoption im Strommarkt der Zukunft?“ lautet der Titel eines „Streitgesprächs“, das das BMWi gerade in seinem aktuellen Newsletter zur Energiewende führt. Die Bioenergiebranche betont ihre wichtige Systemfunktion – aber auch Synergien, die etwa an der Schnittstelle von stofflicher und energetischer Biomassenutzung entstehen. Ohnehin sieht man sich mit einiger Berechtigung schon lange in einer Kopplungsfunktion zwischen den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr.

Nicht zuletzt spielt die energetische Biomassenutzung eine wichtige Rolle im Bereich der Abfallentsorgung: Die Märkte für Altholz sind gegenwärtig überversorgt, wie der aktuelle EUWID-Marktbericht für diesen Biomassestrom gerade sehr deutlich macht. Ein Problem, das in Deutschland ebenso wie im benachbarten Ausland zunehmend spürbar wird. Hintergründe und Details zur aktuellen Entwicklung werden in der aktuellen Ausgabe von EUWID Neue Energie ausgeführt.

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