Energiebranche zeigt Interesse an Start-ups, dena fördert den Austausch mit „SET Lab“

Programm bietet ein Energiewendelabor für Gründer

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Start-up-Symbolbild
Quelle: REDPIXEL - stock.adobe.com

Der weitreichende Wandel in der Energiewirtschaft erfordert immer mehr (digitale) Lösungen, innovative Technologien und Geschäftsmodelle. In diesem Umfeld gründen sich immer mehr Start-ups, an denen die Branche auch vermehrt Interesse zeigt. Beispielsweise investiert BayWa r.e. Energy Ventures in ein schwedisches Energie-Start-up, während E.ON jüngst bekannt gegeben hat, 6 neue Start-ups unterstützen zu wollen.

Unterdessen hat die internationale Initiative „Start Up Energy Transition“ (SET) innovative Gründerunternehmen aus aller Welt aufgerufen, am SET Award 2019 teilzunehmen. Die dritte Runde des Wettbewerbs für Geschäftsideen im Bereich Energiewende und Klimaschutz startete jetzt, angestoßen von der Deutschen Energie-Agentur (dena) in Kooperation mit dem World Energy Council.

Bewerbungen können bis zum 31. Januar 2019 unter www.startup-energy-transition.com eingereicht werden, geht aus einer Mitteilung der dena hervor.

Der SET Award 2019 wird in fünf Kategorien vergeben:

  • Emissionsarme Energieproduktion,
  • Intelligente Netze, Plattformen und Cybersicherheit,
  • Energieeffizienz, smarte Geräte und Speicherung,
  • Innovative Mobilität,
  • Sonderpreis: Energiezugang und UN-Nachhaltigkeitsziel.

Die drei besten Start-ups jeder Kategorie werden eingeladen, ihre Ideen beim Jahrestreffen der SET-Initiative, dem SET Tech Festival, am 9. April 2019 in Berlin zu präsentieren. „Mit dem SET Award suchen wir nach den Vorreitern der Energiewende“, sagt der Vorsitzende der dena-Geschäftsführung Andreas Kuhlmann: „Unser globales SET-Netzwerk wächst rasant. In den letzten beiden Jahren hatten wir rund 1.000 Bewerbungen aus 88 Ländern. Einige Finalisten konnten ihr Unternehmen sehr erfolgreich weiterentwickeln. Jedes Start-up, das zum nachhaltigen Umgang mit Energie beiträgt, ist in unserer Initiative willkommen und sollte sich für den SET Award 2019 bewerben.“

Start-ups und neue Geschäftsmodelle sind auch Thema auf dem dena Energiewende-Kongress am 26. und 27. November in Berlin.

E.ON unterstützt 6 neue Start-ups

Die Möglichkeit, mithilfe des Energiekonzerns E.ON und seinem Accelerator :agile zu wachsen und ihre Innovationen in Form von Piloten umzusetzen, bekommen jetzt 6 junge Unternehmen. Wie :agile in einer Mitteilung berichtet, profitieren die Start-ups von dem Know-how und dem Netzwerk des gesamten Energiekonzerns. Die 6 Unternehmen aus ganz Europa überzeugten mit skalierbaren Lösungen für die E.ON Kunden für mehr Nachhaltigkeit und würden aus diesem Grund mit jeweils 22.000 Euro unterstützt.

Die dreimonatige Acceleratorphase beinhaltet neben der Finanzierung auch Trainingsprogramme sowie eine individuelle Förderung. Ziel sei eine langfristige Zusammenarbeit, bei der die Unternehmen mit E.ON vernetzt und gemeinsame Piloten im Anschluss an die Acceleratorzeit umgesetzt werden. Bei den Unternehmen handelt es sich um:

  • ChargeX – günstiges und effektives Aufladen von E-Autos mittels „Mehrfach steckdose“:
    Das Münchener Startup ChargeX hat ein modulares System entwickelt, um mehrere Elektrofahrzeuge an nur einer Ladestation zu laden.
  • SMAP Energy – mit KI zu mehr Effizienz im Energiesektor:
    Mit Hilfe von Energiedaten, die unter anderem über intelligente Zähler erfasst werden, versucht das Start-up, das Nutzerverhalten der Stromkunden zu analysieren. Die Messergebnisse sollen Erkenntnisse darüber geben, wie der Energiesektor effizienter werden kann. Dazu wurde eine Plattform entwickelt, auf der mithilfe von KI verschiedenste Daten unterschiedlicher Herkunft dargestellt, ausgewertet und verschiedene Szenarios simuliert werden können.
  • AMMP – Fernüberwachung von Solaranlagen:
    Als Monitoring- und Management-Plattform unterstützt AMMP den Betrieb von netzfernen Solar-Energiesystemen (so genannte Inselsysteme, Micro- oder Mini-Grids). Die Software überwacht die relevanten Komponenten und bietet Funktionen wie eine proaktive Fehlererkennung, Störungs- und Ursachendiagnose, Leistungsoptimierung und Alarmgenerierung.
  • Lancey – eine neue Generation von Elektroheizungen:
    Lancey wurde 2016 gegründet und bietet die erste elektrische Raumheizung mit integrierter Batterie an. Diese neue Generation von Elektroheizungen soll nach Angaben von :agile dazu beitragen, erneuerbare Energien besser im Netz zu integrieren.
  • HeatVentors – Wärme- und Kühlungstechnologie vereint:
    Bislang wird Wärme in der Regel in großen, kostspieligen und nicht-energieeffizienten Wärmetanks gespeichert. HeatVentors hat einen thermischen Wärmespeicher entwickelt, der auf einer Phasenwechsel-Technologie basiert und rund 90 Prozent kleiner als herkömmliche Wärmespeicher ist.
  • Visensys – Aufnahmen intelligent interpretieren:
    ViSenSys stellt eine intelligente Bildverarbeitungssoftware bereit, die in der Lage ist, Bewegungen zu erkennen. Die Software kann diese Bewegungen klassifizieren, Objekte zählen sowie Fehlfunktionen und Kausalketten erkennen Im Energiesektor können somit beispielsweise Rotorblätter von Windkraftanlagen überwacht und Fehlfunktionen früher erkannt werden.

Weitere Nachrichten über Start-ups in der Energiebranche:

BayWa r.e. Energy Ventures investiert in das schwedische Energie-Startup Blixt

BayWa r.e. Energy Ventures, die Venture-Capital-Einheit von BayWa r.e., hat jüngst ihr erstes Investment in das schwedische Energie-Startup Blixt bestätigt. Blixt sei das bislang erste Unternehmen, das Halbleiter-basierte Schutzschalter und Sicherungen für Privathaushalte anbietet, die zahlreiche Smart-Metering- und Smart-Grid-Lösungen ermöglichen, teilte BayWa r.e. Energy Ventures mit.

Als Hauptinvestor der Seed-Finanzierungsrunde ermögliche BayWa r.e. Energy Ventures dem Startup Zugang zur globalen Infrastruktur der BayWa r.e.-Gruppe. Zusammen mit Angel-Investoren beläuft sich die Gesamthöhe der Finanzierung auf insgesamt zwei Mio. Euro seit der Gründung von Blixt im Februar 2018.

„Energieversorgungsunternehmen können dank des neuen digitalen Schalters Preise und Tarife bedarfsgerecht und individuell gestalten, womit Blixt die Basis für Demand-Response-Programme und eine intelligente Netzsteuerung schafft”, so der Managing Director von BayWa r.e. Energy Ventures, Ulrich Seitz.

Geschäftskonzepte von morgen: Pöyry-Plattform soll EVU und Start-ups zusammenbringen

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