Der Entwurf für eine Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) des Bundeswirtschaftsministeriums ist nach langem Warten in die Ressortabstimmung gegangen. Am 23. September 2020 soll das Bundeskabinett über den Entwurf abstimmen, damit könnte die EEG-Novelle schon am 1. Januar 2021 in Kraft treten. Hauptziel des neuen EEG ist es, den Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommarkt von derzeit etwa 50 auf 65 Prozent bis 2030 anzuheben. Dazu legt das Gesetz Ausbaupfade fest, die im Jahr 2023 neu definiert werden sollen.

Der Titelbericht der vorliegenden Ausgabe 37.2020 von EUWID Neue Energie befasst sich mit dem EEG-Entwurf. Die wichtigsten Inhalte des Entwurfs können Sie in unserem Überblick nachlesen. Die Reaktionen haben wir ebenfalls zusammengefasst, in dem Artikel erfahren Sie, warum der reale Ausbau der Wind- und Solarenergie hinter den Zielen zurückbleiben könnte. Doch am kritischten wird der Entwurf von der Bioenergie- und Speicherbranche aufgenommen. Während die Bioenergiebranche von einem skizzierten Abbau- statt Ausbaupfad spricht, wundert sich die Energiespeicherbranche, warum der Entwurf hinter dem Koalitionsvertrag und EU-Regelungen zurückbleibt.

Sollte der Ausbau erneuerbarer Energien bis 2030 wirklich hinter den Zielen zurückbleiben, hat das auch Auswirkungen auf die Kosten der Erzeugung von grünem Wasserstoff. Eine Studie von Aurora Energy Research zeigt, dass ein starker Ausbau der erneuerbaren Energien zu mehr Phasen mit niedrigen Strompreisen führen würde. Durch einen hohen Erneuerbaren-Anteil und eine Förderung von grünem Wasserstoff beispielsweise mit Hilfe einer Mindestquote könnte die Herstellung des grünen Wasserstoffs wettbewerbsfähig werden.

Wettbewerbsfähiger will auch Siemens Energy werden, deshalb stehen bei dem Energiekonzern weitere Einsparungen auf dem Plan. Im Geschäftsjahr 2020 litt der Energiekonzern von allem unter der Corona-Pandemie und Problemen bei Siemens Gamesa. Nun sollen Standortschließungen und Kostenkürzungen helfen, die Profitabilität wieder zu steigern. Gut durch die Krise gekommen ist hingegen Trina Solar. Trotz Pandemie konnte das chinesische Solarunternehmen seinen Umsatz und Gewinn deutlich steigern. (Nachweis für Beitragsbild: Alberto Masnovo – stock.adobe.com)

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