Mit dem Handelsblatt-Energiegipfel und dem Internationalen Fachkongress für erneuerbare Mobilität stehen (bzw. standen) zwei wichtige Veranstaltungen für die Energiebranche in den (digitalen) Terminkalendern. Die beiden Events machen deutlich, dass sich die Erneuerbaren-Branche in einer Aufbruchstimmung befindet, man aber weiter auf ein entschlossenes „Go“ wartet, was die Rahmenbedingungen angeht.

Mit der Handelsblatt-Tagung befassen sich die Berichte auf dem Titelbereich der neuen Ausgabe 3.2020 von EUWID Neue Energie. Anders als in früheren Jahren ist ein Gegensatz zwischen „alter“ und „neuer“ Energiewirtschaft nicht mehr in der bisherigen Form spürbar. Die erneuerbaren Energien sind für die Energiebranche zum Standard geworden. Vor diesem Hintergrund fällt der Ruf nach mehr grüner Energie einmütig aus, die bisherige Ausbauperspektive müsse deutlich erweitert werden, heißt es.

Qualitativ geht es in den aktuellen Branchendiskussionen um die Frage, welche Pfade am besten geeignet sind, schnell und kosteneffizient zu einer dekarbonisierten (Energie-)Wirtschaft zu gelangen. BDEW-Chefin Kerstin Andreae empfiehlt einen breiten technologischen Ansatz und warnt davor, auf ein Allheilmittel zu hoffen. Ebenso wenig, wie vor Jahren der „all electric“-Ansatz geeignet gewesen sei, diese Rolle zu übernehmen, sei es aktuell das Thema „Grüner Wasserstoff“. Auch Optionen wie beispielsweise die Bioenergie seien zu berücksichtigen.

Auch im Bereich der Kraftstoffe ist die Frage lediglich, in welcher Weise regenerative Energien ihren Beitrag zur Dekarbonisierung leisten können. Auch hier sprechen sich viele Stakeholder für einen breiten Instrumentenmix aus und weisen darauf hin, dass es noch eine lange Umstellungsphase geben wird, bis der weitflächige Umstieg auf die Elektromobilität erfolgt ist.

Auch bei BayWa r.e. setzt man auf Vielfalt bei der Umsetzung der Energiewende. Das Unternehmen macht sich stark für Lösungen wie Agri-Floating-PV, um Flächen intelligent zu nutzen. Die Rahmenbedingungen für solche Vorhaben verbessern sich, ausreichend ist das jüngst Beschlossene aber bei Weitem nicht, wie die Experten von BayWa r.e. im ersten Teil eines EUWID-Interviews deutlich machen. (Beitragsbild: Bildnachweis: Coloures-Pic – stock.adobe.com)

Redaktionstipp: Unsere Topthemen der Woche:

Themenverschiebungen

Ausbau Erneuerbarer: Die Kosten sind nicht mehr das Kernthema, es geht um ein „Level Playing Field“

Ausbauperspektiven

Handelsblatt-Energiegipfel: Schulze und Altmaier äußern sich zum Ausbautempo bei Erneuerbaren

Dekarbonisierungspfade

Klimaziele sind im Verkehrssektor nur durch alle Technologieoptionen zu erreichen

Trendwendehoffnungen

EnviTec erwartet durch das EEG 2021 Trendwende für Biogasbranche

Post-EEG-Effekte

Start in die Post-EEG-Phase: Gemeldete Windenergieleistung in der Marktprämie sinkt

 

1 KOMMENTAR

  1. Natürlich ist ein breiter Instrumentenmix anzustreben.
    Egal ob Grüner Wasserstoff oder Power-to-X, die Mehrzahl
    der Lösungen werden aufgrund der Wirkungsgrade in “all-electric”
    münden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein