Energetische Sanierung bei Vermarktung unwichtiger geworden

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Der energetische Zustand einer Immobilie ist für deren Vermarktung zurzeit unwichtiger als früher. Das ergab jetzt die aktuelle Studie „Marktmonitor Immobilien 2017“ des Nürnberger Internetportalbetreibers Immowelt.

Danach erzielen derzeit nur noch 43 Prozent der befragten Immobilienmakler für energetisch sanierte Objekte einen höheren Kaufpreis als für unsanierte. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es noch 46 Prozent, im Jahr 2010 sogar 60 Prozent.

Auch bei den Kriterien Vermarktungsdauer und Vermarktungsaufwand waren die Werte in den Vorjahren durchgängig höher. 23 Prozent der Makler glauben, dass sich die Vermarktungsdauer verkürzt und 18 Prozent stellen fest, dass der Vermarktungsaufwand bei energetisch sanierten Immobilien geringer ist. Allerdings geben auch 36 Prozent der befragten Makler an, dass der energetische Zustand kaum oder gar keine Auswirkung auf den Verkaufspreis einer Immobilie habe.

Energetische Sanierungen rentieren sich nicht mehr

Somit spielen Dachdämmung, Wärmeschutzverglasung, neue Heizung etc. inzwischen nicht nur eine geringere Rolle als in den zurückliegenden Jahren, sie rentieren sich laut Immowelt auch nicht mehr. So gaben in der Erhebung nur noch 25 Prozent der Befragten an, für energiesparende Mietwohnungen höhere Mietpreise erzielen zu können.

Ein wesentlicher Grund für die offensichtlich abnehmende Bedeutung des energetischen Zustands auf die Vermarktung von Kaufimmobilien dürfte das aktuelle Marktumfeld sein: Die Nachfrage nach Wohnimmobilien ist vielerorts hoch, das Angebot eher gering mit der Folge, dass es für eine Offerte meist eine Vielzahl an Interessenten gibt. Bei dieser Lage sind viele Käufer froh, überhaupt eine Immobilie erwerben zu können, die ungefähr ihren Anforderungen entspricht, die energetische Sanierung wird dann vom Käufer vorgenommen. Besonders in den Großstädten hat der Sanierungsstand oftmals keine Auswirkungen auf die Vermarktung: Das sagen 47 Prozent der befragten Makler, die in Großstädten tätig sind, aber nur 30 beziehungsweise 29 Prozent der Immobilienmakler, die in kleinen oder mittleren Städten ihren Vermarktungsschwerpunkt haben

Kaufpreisabschlag bei Sanierungsrückständen von durchschnittlich 19,6

Die Tendenz ist zwar eindeutig: Die Energieeffizienz als Vermarktungsfaktor hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung nachgelassen. Doch einen erheblichen Einfluss auf den Preis einer Immobilie hat sie immer noch: Denn die befragten Makler sehen einen Kaufpreisabschlag aufgrund von Sanierungsrückständen aktuell bei durchschnittlich 19,6 Prozent. Allerdings dürften sich bei diesem Wert aufwendige Sanierungsmaßnahmen vor dem Verkauf trotzdem nicht lohnen, schränkt Immowelt ein, da sie mehr kosten könnten als der mögliche Mehrerlös.

Wenn Kunden ihre Immobilie vor dem Verkauf dennoch sanieren wollen, empfehlen Makler zu 57 Prozent eine Dachdämmung, zu 40 Prozent den Einbau einer Brennwertheizung und zu 39 Prozent eine Wärmeschutzverglasung. Zu der früher so beliebten Vollwärmedämmung der Fassade wird laut dem aktuellen Marktmonitor kaum noch geraten.

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