Energetische Nutzung von fester Biomasse weist 2016 weiterhin zunehmenden Trend auf

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Quelle: Valmet Oyj

Der Verbrauch von fester Biomasse ist in der EU im Jahr 2016 um drei Prozent auf 98,5 Mio. Tonnen Rohöläquivalente (Mtoe) gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Biomasse-Barometer von Eurobserver hervor. Damit bestätigt sich ein zunehmender Verbrauchstrend, der nur aufgrund von milderen Wintern in den Jahren 2011 und 2014 eingebrochen ist. Haupttreiber für das Wachstum bleiben Eurobserver zufolge die Umstellung von Kohlekraftwerken auf Biomasse sowie die Mitverbrennung.

Verbrauch und Produktion fester Biomasse

 

Gleichzeitig hat die Primärenergieproduktion aus fester Biomasse um 3,4 Prozent auf 95 Mtoe zugenommen. Die Differenz zum Verbrauch erklärt sich durch Netto-Importe (siehe Grafik), bei denen es sich Eurobserver zufolge hauptsächlich um die Einfuhr von Holzpellets aus den USA, Kanada und osteuropäischen Drittländern handelt. Während die Netto-Importe zwischen 2009 und 2014 kontinuierlich zugenommen hätten, sei die Differenz zwischen Verbrauch und Produktion in den letzten zwei Jahren annährend konstant geblieben. 2016 lagen die Netto-Importe nach Angaben von Eurobserver bei 3,5 Mtoe.

Größter Teil des Verbrauchs entfällt auf Wärmesektor

Der größte Teil des Verbrauchs entfällt weiterhin auf den Wärmesektor. 2016 nahm er um 3,9 Prozent auf 79,1 Mtoe zu. Dabei unterscheidet Eurobserver zwischen Wärme, die von Endkonsumenten direkt genutzt wird und der Nutzung von Nah- bzw. Fernwärme. Die direkt genutzte Wärme steigerte sich um 3,1 Prozent auf 68,8 Mtoe. Durch einen höheren Heizbedarf hat auch der Fernwärmeabsatz um 9,5 Prozent auf 10,3 Mtoe zugenommen, 61 Prozent davon kommen aus KWK-Anlagen. Bei der Wärmeproduktion aus fester Biomasse liegt weiterhin Schweden mit knapp 2,5 Mtoe an der Spitze.

Im Vergleich zur Wärmeerzeugung ist die Stromerzeugung aus fester Biomasse weniger abhängig von den Außentemperaturen, dafür hängt sie stärker von der Förderung in einigen Ländern ab, die auf die Umstellung von Kohlekraftwerken auf Biomasse oder die Mitverbrennung setzen. Im Jahr 2016 nahm die Stromerzeugung aus fester Biomasse in der EU um drei Prozent auf 93,5 TWh zu. Damit hat sich das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr halbiert, hauptsächlich da die Produktion in Großbritannien weniger stark zugenommen hat. Allerdings wird in Großbritannien mit knapp 19,6 TWh immer noch am meisten Strom aus fester Biomasse erzeugt. Das größte Wachstum verzeichneten Frankreich mit 42,8 Prozent, Dänemark mit 24,2 Prozent und Schweden mit 8,6 Prozent.

Ziele für 2020 werden voraussichtlich nur im Wärmebereich realisiert

Setzt sich der Trend der Stromerzeugung aus fester Biomasse in der EU fort, werden die in den nationalen Aktionsplänen (Nreap) formulierten Ziele für 2020 nicht erreicht. Basierend auf dem derzeitigen Trend rechnet Eurobserver im Jahr 2020 mit 130 TWh Strom aus fester Biomasse, während in den Nreap 154,9 TWh vorgesehen waren. Im Wärmebereich liegt der Verbrauch hingegen oberhalb der Nreap-Ziele. Bei einer Fortsetzung des Trends wären 94 Mtoe erreichbar, während die Nreap-Pläne bis 2020 einen Verbrauch von nur 81 Mtoe vorsahen.

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