Vom Hersteller Enercon sind im ersten Quartal 2020 die meisten neuen Windenergieanlagen in Deutschland realisiert worden. Das geht aus der aktuellen Zubauanalyse der Windenergie an Land hervor, die die Fachagentur Windenergie an Land (FA Wind) jetzt vorgestellt hat. Insgesamt 43 (116 MW) der neu installierten Windenergieanlagen stammen demnach von Enercon. Auf Platz zwei und drei liegen Vestas und Nordex. Vestas lieferte 37 Anlagen mit 131 MW und Nordex – mit deutlich mehr Abstand – noch 15 Anlagen (56 MW). Zwischen Januar und März stammten zudem neun Anlagen von GE und drei vom saarländischen Hersteller Vensys.

Wie die FA Wind nach Auswertung des Marktstammdatenregisters ermitteln konnte, sind im ersten Quartal 2020 22 verschiedene Anlagentypen in Betrieb genommen worden – darunter zwei Anlagen der Leistungsklasse bis 2 MW. 28 Turbinen sind der 2 bis 3 MW-Klasse zuzuordnen. Über die Hälfte, nämlich 63 Neuanlagen, weisen eine spezifische Generatorleistung zwischen 3 und 4 MW auf. 16 Windturbinen verfügen über mehr als 4 MW Generatorleistung.

In Betrieb gegangene Anlagenmodelle im 1. Quartal 2020 (Stand 30.04.2020). Daten: BNetzA, Auswertung: FA Wind.

Das Marktstammdatenregister erfasste für den aktuellen Berichtszeitraum 914 immissionsschutzrechtlich genehmigte Windenergieanlagen (3.372 MW), für die bislang noch keine Inbetriebnahme angezeigt wurde. Weitere 410 genehmigte Anlagen (1.256 MW) sind aus dem Vorläuferregister (Anlagenregister) bis dato noch ohne Inbetriebnahme-Meldung. In den ersten drei Monaten 2020 wurden Genehmigungen für 119 neue Anlagen (493 MW) registriert.

Der Genehmigungsumfang im ersten Quartal zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Die Leistungsmenge liegt geringfügig (7,7 Prozent) über dem Frühjahr 2019, dafür wurden etwas weniger Anlagen (-5,5 Prozent) genehmigt als im ersten Quartal des Vorjahres. Hieraus lässt sich laut FA Wind auch ein signifikanter Anstieg der spezifischen Generatorleistung in der letzten Zeit ableiten.

Regionale Verteilung der genehmigten Windenergieanlagen im 1. Quartal (Stand 30.04.2020). Daten: BNetzA, Auswertung: FA Wind.

Im Vergleich zu der Windenergieleistung, die im jeweils ersten Quartal der Jahre 2014 bis 2016 genehmigt wurde, liegt das diesjährige Frühjahr um 60 Prozent unterhalb des seinerzeitigen Durchschnittswerts. Daraus wird klar, dass die derzeitige Genehmigungslage nach wie vor weit unterhalb dessen liegt, was noch in den Jahren vor 2017 genehmigt wurde.

Vestas V150 am häufigsten genehmigte Anlagentyp

Zwischen Januar und März wurden 19 verschiedene Anlagentypen in Betrieb genommen, darunter 22 Anlagen in der Leistungsklasse mit mehr als 4 MW. Knapp die Hälfte der Anlagen (58 WEA) sind der 4 bis 5 MW-Klasse zuzuordnen. 33 Windturbinen weisen eine spezifische Generatorleistung zwischen 3 und 4 MW auf. Mit weniger als 3 MW Leistung wurden lediglich sechs Windturbinen neu genehmigt. Zwei Drittel aller genehmigten Windenergieanlagen weisen eine spezifische Generatorleistung von mehr als 4 MW auf.

Genehmigte Anlagenmodelle im 1. Quartal 2020 (Stand 30.04.2020). Daten: BNetzA, Auswertung: FA Wind.

Der am häufigsten genehmigte Anlagentyp war die V150 von Vestas. Die im Frühjahr Nahezu die Hälfte der bis Ende März genehmigten Windturbinen lautet auf Vestas-Modelle (53 WEA, 228 MW). An zweiter Stelle folgt Enercon, auf deren Typen Genehmigungen für 32 Anlagen (115 MW) ausgestellt wurden. Von Nordex wurden 13 Maschinen (56 MW) bewilligt. Auch neun GE-Modelle (45 MW) und acht Modelle von Siemens Gamesa (33 MW) erhielten zwischen Januar und März eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung. Des Weiteren wurden 3 Anlagen von Senvion und eine von Lagerwey in diesem Zeitraum bewilligt.

Wind an Land legt wieder zu – Q1.2020 dennoch auf anhaltend schwachem Niveau

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