Enercity will im Großraum Hannover größte Ladesäulendichte in Deutschland erreichen

Energiedienstleister will 600 öffentlich zugängliche Ladepunkte anbieten

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(v.l.n.r.) Stefan Schostok, OberbŸrgermeister der Landeshauptstadt Hannover Dr. Susanna Zapreva, Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke Hannover AG. Quelle: enercity / Janko Woltersmann
Hannovers Oberbrügermeister Stefan Schostok (links) mit Enercity-Chefin Dr. Susanna Zapreva. (Quelle: enercity / Janko Woltersmann)

Mit rund 600 öffentlich zugänglichen Ladepunkten im Großraum Hannover will der Versorger enercity in der Region die größte Ladesäulendichte je Einwohner Deutschlands erzielen. Wie das Unternehmen berichtet, sollen in den kommenden drei Jahren mehr als 10 Mio. € in die Infrastruktur für Elektromobilität investiert werden.

Die Förderung eines emissionsfreien und umweltschonenden Verkehrs mittels Elektrofahrzeugen sei ein zentraler Schwerpunkt der Stadtstrategie von Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok, heißt es. Enercity treibe diese Entwicklung nun mit einer „E-Mobilitäts-Offensive“ massiv voran.

Nachfrage nach mehreren Tausend Lademöglichkeiten im Raum Hannover bis 2020

Für den Raum Hannover erwartet enercity eine Nachfrage von mehreren Tausend Lademöglichkeiten bis 2020, weil bis dahin bei anhaltender Entwicklung der Zulassungszahlen über 5.400 Elektroautos in der Region Hannover unterwegs sein werden. Enercity setzt dabei nach eigenen Angaben auf E-Mobilitätsprodukte für Unternehmen und Privatpersonen. Ein Team von mehr als 40 Mitarbeitern soll sicherstellen, dass die enercity-Kunden praktikable Lösungen bekommen, um auf Elektromobilität umzusteigen. Zudem soll gewährleistet sein, dass die Netzanschlüsse entstehen und die Ladesäulen gebaut werden.

Ladestation enercity
Quelle: enercity / bilderraum fotostudio hannover

Gemessen an der Einwohnerzahl sollen in Hannover 9 bis 10 Ladepunkten je 10.000 Einwohner entstehen. Das sei mehr als in den derzeit führenden deutschen Großstädten wie Berlin (2 Ladepunkte je 10.000 Einwohner), Stuttgart (6 Ladepunkte je 10.000 Einwohner) oder Hamburg (2 Ladepunkte je 10.000 Einwohner). Beim Ausbau der Ladesäulen setze man vorrangig auf den öffentlich zugänglichen Raum. Alle interessierten Unternehmen mit eigenen für Ladesäulen geeigneten Grundstücken lade man ein, sich an dem Programm zu beteiligen. Ladestationen im privaten Bereich seien aber ebenfalls „integrativer Bestandteil“ zum Aufbau einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur.

Zapreva: „E-Mobilität ist ein Geschäftsfeld, auf das wir in Zukunft stark setzen“

„E-Mobilität ist ein Geschäftsfeld, auf das wir in Zukunft stark setzen, weil wir unsere Kunden auf dem Weg in die neue elektromobile Zukunft begleiten wollen.”, sagt enercity-Chefin Susanna Zapreva. Anspruch von enercity sei es, die treibende Kraft der digitalen Energiewende von Morgen zu werden, „Mobilität gehört hier dazu“.

Enercity setzt nach eigenen Angaben auf branchenspezifische Ladelösungen, mit denen Elektromobilität für die Kunden und Mitarbeiter der Unternehmen „zum Erlebnis“ werde. Als Beispiele nennt der Energiedienstleister Shop&Charge-Lösungen für Handelsunternehmen oder Sleep&Charge-Lösungen für Hotels. Neben der Ladestation umfassen die Angebote Projektierung, Netzanschluss, Wartung, Ersatzteile, Call-Center, Fördermittel-Management und die Abrechnung von Fahrstromerlösen. Privatkunden könnten zukünftig neben der Ladestation auch Fahrstrom-Flatrates nutzen, mit denen sie europaweit e-mobil seien.

enercity - Ladestation Mennekes
Quelle: enercity

Um für die Pläne im Bereich der Elektromobilität gut aufgestellt zu sein, hat sich enercity an wallbe beteiligt. Das Unternehmen ist Hersteller und Betreiber von Ladelösungen. Die von wallbe angebotenen digitalen Services, zum Beispiel bei Abrechnung oder Flottenmanagement, der Online-Handel sowie die Vertriebskompetenzen und -strukturen könnten im Rahmen der eigenen E-Mobilitätsoffensive nutzbar gemacht werden, heißt es bei enercity. Wallbe hat im Jahr 2016 einen Umsatz von 2,1 Mio. € erwirtschaftet. Derzeit decke das Unternehmen rund zehn Prozent des Marktes für Lademöglichkeiten ab.

Enercity beteiligt sich an Wallbe und e2work

Darüber hinaus hat enercity auch Anteile an dem Start-up „e2work” erworben und bietet seinen Kunden durch die Kooperation ein CarSharing-Konzept an. Das Unternehmen hat sich auf „zelluläres CarSharing” im Flottensektor spezialisiert. Die meisten privaten Autos sind tagsüber ungenutzt – gleichzeitig betreiben viele Firmen aufwändig Fuhrparks.

Die Software von e2work ermöglicht eine Partnerschaft von Arbeitgeber und Arbeitnehmer: Für Dienstfahrten nutzt der Arbeitgeber das Fahrzeug tagsüber, und zur privaten Nutzung steht es außerhalb der Arbeitszeiten zur Verfügung. Dies erschließt Synergien, reduziert die Betriebskosten für beide Beteiligten um rund 30 Prozent. Auch für Mieter in Mehrfamilienhäusern sei das Teilen von Elektroautos eine attraktive Option, entsprechende Modelle für die Wohnungswirtschaft befänden sich ebenfalls im Angebot. Aber auch Unternehmen untereinander könnten interessante Kooperationen durch solche Modelle eingehen.

Entlang der neuen Unternehmensstrategie will enercity auch in Zukunft vermehrt auf Kooperationen mit innovativen spezialisierten Unternehmen setzen und das Beteiligungsportfolio dementsprechend ausbauen. Perspektivisch will die Marke der Stadtwerke Hannover weitere Produkte für unterschiedliche Zielgruppen unter anderem in den Bereichen Logistik, Wohnungswirtschaft und Kommunen entwickeln oder auch Angebote für die Erschließung von Neubaugebieten (einschließlich Arealnetzen) machen. „Wir sehen in diesem Geschäftsfeld das Potenzial, auch bundesweit neue Kunden zu gewinnen und enercity zu einem der führenden E-Mobilitätsdienstleister zu machen“, sagt Zapreva.

Projekte zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Deutschland

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