Enercity plant bis 2035 Hälfte der Fernwärme aus Erneuerbaren

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Enercity will bis zum Jahr 2035 die Hälfte der Fernwärme aus erneuerbarer Energie gewinnen. Die neue Fernwärmeplanung sei der Startschuss für eine umfassende Wärmewende in Hannover, enercity wolle dabei eine Vorreiterrolle einnehmen, heißt es in einer Mitteilung der Stadtwerke Hannover (enercity). Die aktuell auf Kohle und Erdgas basierende Fernwärmeproduktion werde enercity konsequent diversifizieren. Für die Wärmeversorgung der Kunden nutze enercity zunehmend industriell-gewerbliche Abwärme, Biomassebrennstoffe, Wärmepumpen oder auch Solarthermie und vieles mehr.

Eine konkrete Option in Hannover für die Wärmewende sei die Abwärmenutzung aus der bestehenden Müllverbrennungsanlage der EEW Energy from Waste Hannover GmbH in Lahe. Zur Einbindung wäre der Bau einer fünf bis sechs km langen Fernwärmeleitung erforderlich. Bis zu rund 300 GWh Wärmeenergie bzw. 25 Prozent der in Hannover benötigten Fernwärme könnten auf dieser Basis gewonnen werden.

Eine weitere Option ergebe sich durch die novellierten Dünge- und Klärschlammverordnungen, denn sie schränkten die landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlamm ab 2018 zunehmend ein. Ab 2029 ist die Rückgewinnung von Phosphor in Klärschlamm aus Kläranlagen für mehr als 100.000 Einwohner (ab 2032 für mehr als 50.000 Einwohner) vorgeschrieben.

Die thermische Behandlung von Klärschlamm in Monoverbrennungsanlagen sei eine dafür geeignete Technik. In solchen Anlagen entstehende Abwärme könnte im Fernwärmekreislauf genutzt werden. Genau darauf setze enercity und suche derzeit einen passenden Standort dafür. Eine besonders gut geeignete Fläche sei der Standort der Deponie der Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) in Lahe.

Wärme aus der Klärschlammverbrennungsanlage

Wenn zum aha-Standort Lahe eine Fernwärmeleitung für den Transport der Fernwärme aus der nahe gelegenen Müllverbrennungsanlage in die Stadt hinein gebaut werde, könnte diese auch für die Wärme aus der Klärschlammverbrennungsanlage genutzt werden. Die Anlage wäre für eine Klärschlammmenge von 30.000 t\a ausgelegt und würde mit rund 60 GWh zur Fernwärmeversorgung beitragen. Das entspräche rund sechs Prozent der für Hannover erforderlichen Fernwärme. Entsprechende Vorlagen wolle enercity in die Gremien bei der Stadt und Region Hannover einbringen.

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