Enercity nimmt innovatives kleines Holzheizkraftwerk mit ORC-Technik in Betrieb

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In einem gemeinsamen Projekt mit dem Fraunhofer-Institut Umsicht haben die Stadtwerke Hannover AG (enercity) am Wasserkraftwerk Fuhrberg ein Holzheizkraftwerk mit Organic-Rankine-Cycle-Technik (ORC-Technik) in Betrieb genommen. Die in Fuhrberg betriebene ORC-Anlage ist in ihrer Form bislang einmalig, teilte enercity mit. Mit der Anlage sei es erstmals möglich, Kraft-Wärme-Kopplung auch in besonders kleinen Holzfeuerungen ab etwa 250 kWth zu nutzen. Das Fraunhofer-Institut Umsicht entwickelte und realisierte die erforderliche ORC-Technik. Außerdem begleitet das Institut den Probebetrieb bei enercity wissenschaftlich. Das neue Holzheizkraftwerk ist eine mit Holzhackschnitzeln befeuerte Dampfkesselanlage, die mit Hilfe der ORC-Technik auch die Abwärme zur Stromerzeugung nutzt. Als Wärmeträgermedium von der Feuerung zum ORC-Prozess wird in üblichen ORC-Anlagen Thermoöl eingesetzt. In Fuhrberg verzichtet enercity aus Gründen des Trinkwasserschutzes und zur Vermeidung der sonst existenten Brandrisiken bewusst darauf und setzt an dieser Stelle einen Wasser-Dampf-Kreislauf ein. Mit der neuen Anlage ersetzt enercity eigenen Angaben zufolge eine über 20-jährige Holzhackschnitzelheizanlage, die ausschließlich Wärme für das Wasserwerk erzeugt hatte. Übliche Anlagen mit größerer Heizleistung sind meist nur an größeren Nahwärmenetzen einsetzbar. Die Leistungsgröße der enercity-Anlage sowie der Betrieb sind hingegen bedarfsgerecht auf den dezentralen Standort ausgelegt, so dass die Abwärme am Kondensator des ORC-Prozesses für die gesamte Heizenergie im Wasserwerk sorgt.„Das neue Holzheizkraftwerk passt exakt zu unseren Bedürfnissen“, sagte Christoph Kollenda, Leiter der Produktion bei enercity. „Aufgrund der Wirkungsgradverbesserung des Kessels und zusätzlicher KWK-Nutzung rechnen wir neben der wesentlich geringen Staubemission durch modernste Filtertechnik auch mit einer CO2-Einsparung von 500 Tonnen im Jahr“. Feuerung und Kleindampfkessel sind zudem in neuartiger Container-Bauweise vormontiert, so dass die Bauaktivitäten am Wasserwerk bereits nach etwa zwei Wochen beendet waren und sehr zügig mit der Inbetriebnahme begonnen werden konnte. Das Fraunhofer Umsicht verspricht sich von der Anlage Vorbildcharakter. „Nachfolgend können nunmehr eine erhebliche Anzahl kleinerer Biofestbrennstofffeuerungen wirtschaftlich sinnvoll auf KWK-Betrieb umgestellt werden“, sagte Wilhelm Althaus von Fraunhofer Umsicht. Das Produkt eigne sich vorranging auch im Nachrüstbereich vorhandener Biomasse-Heizwerke, bei denen im Rahmen von Ersatzinvestitionen für ältere Heizwerke nun auch KWK-Lösungen eingeführt werden können.“ Die Gesamtkosten des neuen Heizkraftwerks belaufen sich auf circa eine Mio. €. Die Region Hannover steuert zum Vorhaben rund zehn Prozent im Rahmen der Förderung „Regionalbedeutsamer Projekte und Vorhaben im Bereich Klimaschutz“ bei. An der Entwicklung der neuen ORC-Technik durch das Fraunhofer Umsicht beteiligt sich enercity mit 600.000 €. .

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