Enercity Contracting: Industrielle Abwärme aus Aurubis-Werk versorgt künftig Hafencity Ost in Hamburg

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Die Aurubis AG und enercity Contracting Nord GmbH haben einen Vertrag über die Nutzung von industrieller Abwärme zur Versorgung der Hafencity Ost unterzeichnet. Zukünftig könnten so mehr als 20.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) im Jahr eingespart werden, heißt es in einer Mitteilung der Unternehmen.

In dem Vertrag vereinbaren die Partner, industrielle Abwärme aus dem Hamburger Aurubis-Werk für die energieeffiziente Fernwärmeversorgung der östlichen Hafencity zu nutzen. Hierzu koppelt Aurubis Wärme aus, die während der Umwandlung von Schwefeldioxid, das als Nebenprodukt bei der Kupferschmelze anfällt, zu Schwefelsäure entsteht. Die industrielle Abwärme ist nahezu frei von CO2, so dass durch ihre Nutzung ein Ausstoß von mehr als 20.000 Tonnen CO2 im Jahr vermieden wird. Die Wärme entnimmt Aurubis aus der sogenannten Kontaktanlage, in der das im Prozess anfallende, gasförmige Schwefeldioxid in flüssige Schwefelsäure umgewandelt wird. Sie besteht aus insgesamt drei Strängen. Aus jedem einzelnen können etwa 160 GWh Wärme ausgekoppelt werden, insgesamt also nahezu 500 GWh. Zur Versorgung der östlichen Hafencity reicht die Wärme aus einem Strang aus, weswegen zunächst einmal nur ein Strang umgebaut wird.

Größenordnung einzigartig

Das Projekt sei in seiner Größenordnung einzigartig und setze neue Maßstäbe für zukünftige Wärmeversorgungen in Städten, betonte Susanna Zapreva, Vorstandsvorsitzende von enercity. Gerade im urbanen Raum seien die Herausforderungen der Energiewende enorm.

„Nach unseren üblichen Investitionsmaßstäben wäre dieses Projekt nicht wirtschaftlich für uns“, ergänzte Aurubis-Chef Schachler. Trotzdem habe sich der Konzern für die Wärmeauskopplung entschieden. „Es wäre aber für uns und sicher auch für andere Industrieunternehmen leichter, sich für die Auskopplung industrieller Abwärme zu entscheiden, wenn entsprechende Anreize geschaffen werden würden“, so Schachler weiter. Im Rahmen des Emissionshandels benötige Aurubis Zertifikate für jede Tonne CO2, die man emittieren, erhalte aber keine Kompensation, wenn auf diesem Wege CO2-Ausstöße in den Haushalten reduziert wird.

Weitere Details zu dem Projekt lesen Sie in der kommenden Ausgabe von EUWID Neue Energie.

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