Elektroauto aufladen bei 100 km/h: Qualcomm meldet erfolgreiche Tests

673

Um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen, spielt die Reichweite der Fahrzeuge eine wichtige Rolle. Und damit die Möglichkeiten der Stromspeicherung und -beladung der Fahrzeuge. In Versailles haben jetzt Tests zum dynamischen Laden von fahrenden Elektroautos stattgefunden.

Neben der technischen Leistungsfähigkeit der Speicher und Ladeinfrastrukturen spielt der Nutzerkomfort eine essentielle Rolle, wenn Autofahrer in großer Zahl davon überzeugt werden sollen, auf die neue Technologie umzusteigen. Stundenlange Ladevorgänge sind für viele Nutzer ein K.O.-Kriterium.

System lädt Elektroautos mit bis zu 20 kW Leistung auf

Unter Verwendung der Halo-Technologie des US-Unternehmens Qualcomm ist jetzt die technische Machbarkeit der dynamischen Aufladung von Elektroautos während der Fahrt nachgewiesen worden. Qualcomm hat dazu ein kabelloses „Dynamic Electric Vehicle Charging“ (DEVC)-System entwickelt, das im Stande ist, die Elektroautos mit bis zu 20 kW Leistung bei typischen Fahrgeschwindigkeiten von 100 km/h und mehr auf der Autobahn aufzuladen. Auch wurde der Nachweis erbracht, dass zwei Fahrzeuge gleichzeitig Strom auf derselben Strecke aufladen können.

100 Meter lange Teststrecke in Versailles

Mehr als ein erster Schritt in Richtung dynamisches Laden ist das Projekt bislang freilich nicht. Die dynamischen Ladevorgänge wurden auf einer 100 Meter langen Teststrecke im Versailler Stadtviertel Satory durchgeführt. Die Teststrecke wurde vom französischen Forschungsinstitut Vedecom im Rahmen des 9-Mio.-€-Projekts Fabric errichtet und mit Qualcomm Ladetechnologie ausgestattet. Die Strecke ist aus vier Linien von je 25 Meter Länge zusammengesetzt, die über separate Energiesysteme gespeist werden. In jedem Streckenviertel übertragen 14 Base Array Network (BAN)-Blöcke die Energie. Die Energie wird an zwei Vehicle Pads (VP) mit je 10 kW Leistung übertragen.

Das Fahrzeugsystem wandelt den 85-kHz-Wechselstrom in Gleichstrom um, der vom Batteriemanagementsystem genutzt wird. Als Testfahrzeuge steuerte der französische Automobilkonzern Renault zwei Autos vom Typ Kangoo bei. Vedecom werde nun weitere Tests durchführen, um Betrieb, Sicherheit und Effizienz des Energietransfers zu evaluieren, heißt es seitens Qualcomm weiter. Das Projekt Fabric wird weitgehend aus Mitteln der EU-Kommission finanziert. Hinter Fabric steht ein Konsortium von 25 Organisationen und Unternehmen aus neun europäischen Ländern.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein