Einspeisung von Warmwasser aus PV-Energie ins Wärmenetz

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PV-Warmwasser-Waermenetz
Das Fernwärmenetz einer Wohnanlage wird durch solarelektrisch erzeugte Wärme unterstützt. Quelle: my-pv

Der Systemanbieter von Komponenten für die Warmwasserbereitung mit Photovoltaik my-PV aus dem österreichischen Neuzeug unterstützt seit Ende Februar die Fernwärmeversorgung eines Wohnanlagenneubaus in Wien und speist erstmals Warmwasser aus überschüssiger PV-Energie in Wärmenetz ein. Wie das Unternehmen mitteilt, sind dort ein Dutzend 3-Kilowatt-Einschraubheizkörper und moderne AC THOR-Leistungssteller im Einsatz.

Ein Energiemanagementsystem sorge dafür, dass der gesamte Solarstrom der 47-kW-Anlage auf dem Gebäude zur stufenlosen Warmwasserbereitung über einen 800-Liter-Wärmespeicher für die hauseigene Warmwasserstation genutzt werde. Es sei das erste Mal, dass eine rein auf Solarstrom fußende dezentrale Warmwassererzeugung ein Fernwärmenetz in dieser Größenordnung unterstütze.

Das gemeinsam mit der Kelag Energie und Wärme GmbH umgesetzte Projekt werde Schule machen, so my-PV-Geschäftsführer Gerhard Rimpler. Es bedeute einen großen Erfolg für die Sektorkopplung, da der sinkende Preis für Solarmodule inzwischen weitere Power-to-Heat-Anwendungen wirtschaftlich mache.

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Der Vorteil der solarelektrischen Wärmetechnik von my-PV gegenüber der bereits zur Fernwärmeversorgung eingesetzten Solarthermie sei eine einfachere Installation und Bedienung sowie ein geringerer Materialverbrauch. Im Vergleich zu einer solarthermischen Anlage spare ein Photovoltaik-System beispielsweise 90 Prozent an Kupfer ein. Der Einsatz von Wärmepumpen zur Unterstützung von Fernwärmenetzen sei nicht immer möglich, da sie die hohen Temperaturen in den Netzen nicht erreichen könnten und in Kombination mit Solarstrom nicht stufenlos skalierbar seien.

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„Dank der exakten Leistungsregelung mehrerer kleinerer Wärmeerzeuger ist es nun möglich, mit den Überschüssen dezentraler Photovoltaik-Systeme auch in größeren Systemen Wärme zu erzeugen. So wird in dem Wiener Neubau 100 Prozent der Solarenergie vor Ort als Strom und Wärme genutzt“, so Rimpler. Die Wärmenutzung des Solarstroms komme letztlich auch dem öffentlichen Netz zugute, das die solarelektrischen Überschüsse nicht mehr aufnehmen müsse.

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