Die Zahlen für das erste Halbjahr liegen nun vor – und sie dokumentieren den dramatischen Einbruch am deutschen Windenergiemarkt. Seit Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000 ist noch nie so wenig Windkraftleistung neu errichtet worden. Die vielen Bürgerinitiativen, die sich gegen den Ausbau der Windenergie zunehmend erfolgreich wehren, mag es – zumindest in der kurzen Frist – freuen. Mit Blick auf die notwendige Dynamik beim Ausbau der Erneuerbaren und den Klimaschutz ist es eine schlechte Nachricht.

Der Titelbereich der aktuellen Ausgabe von EUWID Neue Energie widmet sich der gegenwärtigen Lage am deutschen Windmarkt – und der Frage, wie der Weg zurück aus der Talsohle gefunden werden kann. Der Bundesverband Windenergie (BWE) hat sich dazu Gedanken gemacht und einen „Aktionsplan für mehr Genehmigungen“ formuliert.

Bis September wird man sich voraussichtlich gedulden müssen, um ein klareres Bild davon zu erhalten, was die Bundesregierung nun anpacken will, um die Klimaschutzziele in Deutschland zu erreichen. Dann will das Klimakabinett liefern. Sehnsüchtig erwartet man auch die Ergebnisse der Koalitionsarbeitsgruppe „Akzeptanz“, die sich auch mit der Frage befasst, wie ein Anteil von 65 Prozent erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch im Jahr 2030 erreicht werden soll. Offenbar können sich die Koalitionäre nicht einigen, ein Streitpunkt ist auch hier der Ausbau der Windenergie. Inwieweit der Zungenschlag von Jens Koeppen (CDU), man könne den Menschen vor Ort „einen weiteren blinden Zubau“ nicht zumuten, auch den Notwendigkeiten des Klimaschutzes gerecht wird, sei dahingestellt.

Schon bei den eher konservativen Erwartungen der Bundesregierung zum Strombedarf im Jahr 2030 wird ein deutlich dynamischerer Ausbau der Erneuerbaren benötigt. Wird die Sektorkopplung forciert – was nach Überzeugung einer Vielzahl von Wissenschaftlern der effiziente Weg zur Dekarbonisierung der Energieversorgung ist, steigen – trotz Fortschritten bei der Energieeffizienz – auch die Strombedarfe aus den Sektoren Wärme, Industrie und Verkehr. Konsequenz wäre ein deutlich stärkerer Ausbau der regenerativen Energien.

Was plant das Bundeswirtschaftsministerium in Sachen Post-EEG-Phase?

Was man sich in diesem Umfeld kaum wird leisten können, ist ein Rückbau von bereits installierten Anlagen in der Post-EEG-Phase. Die Antwort auf eine EUWID-Anfrage beim Bundeswirtschaftsministerium zu den Lösungen, an denen das Ministerium gegenwärtig arbeitet, vermittelt den Eindruck, dass dort die Hoffnung besteht, ein Anstieg der Großhandelspreise für Strom könne bereits viele Probleme lösen.

Der stockende Ausbau der erneuerbaren Energien im Stromsektor ist dabei nur eine Baustelle der Energiewende, teils noch deutlich größer sind die Defizite in den anderen Sektoren. Wie sich sieben große Städte in Deutschland in Sachen Energiewende positionieren und wie sie insbesondere den Kohleausstieg gestalten wollen, darum geht es in einem Überblicksstück, das Premium- und Digitalkunden hier abrufen können.

Baden-Württemberg und Bayern üben derweil den Schulterschluss in Sachen Elektromobilität. In einer gemeinsamen Kabinettsitzung vereinbarten beide Länder, im Bundesrat einen Vorstoß zu wagen, um insbesondere die Hürden für Mieter und (Mit-)Eigentümer in Sachen Ladeinfrastruktur zu senken. Einig sind sich die beiden süddeutschen Bundesländer auch in ihrem Unverständnis für die Vergabe der Forschungsfertigung Batterie an Münster. Lesen Sie hier mehr zum Thema. (Quelle für Beitragsbild: Olha Rohulya – stock.adobe.com)

Das Informationskonzept von EUWID Neue Energie können Sie hier nachlesen. Eine Übersicht über das Produktportfolio mit den passenden Angeboten für unterschiedliche Informationsbedarfe finden Sie hier. Und last but not least lesen Sie hier alles zu unseren Report & Dossier-Produkten für dien Themenfelder Powert-to-Gas, PPA und Post-EEG.

Redaktionstipp in dieser Woche:

Das BMWi und die Vorbereitung auf die Post-EEG-Phase

Post-EEG-Phase: An welchen Lösungen arbeitet das BMWi, um den Anlagenbestand zu sichern?

Wasserstoff im Gasnetz: Was ist möglich?

Avacon will einen 20-prozentigen Anteil von Wasserstoff im Gasverteilnetz testen

Bioenergie, Flexibilität und das System

Bioenergie: Größtes Potenzial zur Flexibilisierung unter Erneuerbaren

Einmal mehr ergänzt: Die PtG-Projektübersicht

Richtungsweisende Power-to-Gas-Projekte

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