Eigenkapital aufgezehrt: Solarworld beruft außerordentliche Hauptversammlung ein

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Die Krise bei der Bonner Solarworld AG verschärft sich. „Das Eigenkapital im HGB-Einzelabschluss für das Geschäftsjahr 2012 wird nach aktueller Einschätzung ca. minus 20 Mio. € bis minus 50 Mio. € betragen“, heißt es in einer Ad-hoc-Mitteilung von Solarworld. Die rechtlichen Vorschriften erfordern nunmehr die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung.

Im HGB-Einzelabschluss für das Geschäftsjahr 2012 werde nach aktueller Einschätzung ein Verlust nach Steuern in Höhe von -520 Mio. € bis -550 Mio. € eintreten. Nach Unternehmensangaben ist der Verlust zu einem Fünftel aus der Ergebnisbelastung im Zusammenhang mit dem Geschäftsverlauf 2012 und zu vier Fünfteln aus nicht liquiditätswirksame Wertberichtigungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen und auf Beteiligungen/Ausleihungen zurückzuführen. Anstelle der ordentlichen Hauptversammlung 2012 werde der Vorstand gemäß § 92 Abs. 1 Aktiengesetzes zunächst zu einer außerordentlichen Hauptversammlung mit neuer Terminierung einladen. Es werde „ausdrücklich darauf hingewiesen, dass etwaige Bilanzkorrekturen im Rahmen der Jahresabschlussprüfung die vorgenannten Schätzungen wesentlich verändern können“, heißt es seitens Solarworld weiter. Bereits im Januar hatte Solarworld mit der Nachricht aufgeschreckt, Gläubigern drohe ein Schuldenschnitt. Solarworld-Chef Frank Asbeck sah gleichwohl eine positive Perspektive für das angeschlagene Unternehmen und kündigte weitere Maßnahmen zur Kostensenkung an. Im März hatte das Unternehmen dann seine Bilanzvorlage mit Verweis auf laufende Restrukturierungsverhandlungen mit den Gläubigern verschoben. Ursprünglich sollte die Bilanz am 21. März 2013 vorgelegt werden.

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