EEG-Umlage sinkt im Jahr 2018 auf 6,792 Cent pro Kilowattstunde

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EEG-Umlage
Quelle: unique3d / Fotolia

Die EEG-Umlage fällt im kommenden Jahr auf 6,792 ct/kWh. Das gaben die Übertragungsnetzbetreiber soeben bekannt. Das entspricht einem Rückgang um 1,3 Prozent gegenüber dem aktuellen Wert von 6,88 ct/kWh.

Die EEG-Umlage ist Bestandteil der Strompreise. Die Übertragungsnetzbetreiber ermitteln in jedem Herbst die Höhe des Umlagebetrags für das Folgejahr. Eine steigende EEG-Umlage führt nicht zwangsläufig zu steigenden Strompreisen – ebensowenig garantiert eine sinkende EEG-Umlage niedrigere Strompreise.

Über das EEG-Konto, in das die Zahlungen der EEG-Umlage fließen, werden die Förderkosten für erneuerbare Energien am Strommarkt gedeckt. Der Zubau Erneuerbarer führt dabei dank drastischer Senkungen der Förderkosten nur noch geringfügig zum Anstieg des Fördervolumens bei. Allerdings sorgen vielfältige Ausnahmen von der Zahlungspflicht der EEG-Umlage für stromintensive Unternehmen dafür, dass das Fördervolumen auf eine kleinere Strommenge verteilt wird.

Erfolg der Erneuerbaren am Strommarkt wird zum Boomerang

Gleichzeitig sorgt der EEG-Umlagemechanismus dafür, dass der Erfolg der regenerativen Energien einen Boomerang-Effekt auslöst: Durch das zunehmende Angebot am Strommarkt entsteht ein Druck auf die Großhandelspreise, der seinerseits dazu führt, dass der Verkauf von EEG-Strom an den Großhandelsmärkten weniger Einnahmen bringt. Dadurch steigt der “Abstand” zwischen individuellem Vergütungsanspruch und Erlös am Strommarkt und mithin das insgesamt über die EEG-Umlage zu deckende Fördervolumen. Ein Problem stellt dabei auch dar, dass fossile Erzeugungskapazitäten nicht flexibel genug auf hohe Produktionsmengen der fluktuierenden erneuerbaren Energien reagieren (können). Das gilt in besonderem Maße für Kohlekraftwerke.

EEG-Umlage-Schema
Quelle: EUWID

Für das Jahr 2018 kalkulieren die ÜNB allerdings mit einem etwas höheren Großhandelspreis für Strom, der sich auf 32,22 €/MWh beläuft. Bei der Ermittlung der EEG-Umlage für das Jahr 2017 war ein Strompreis von 26,75 €/MWh unterstellt worden. Die Berechnungen der Netzbetreiber ergeben einen Umlagebetrag von 23,78 Mrd. €. Für das Jahr 2018 wird dabei eine weitere Zunahme von Strom aus regenerativen Anlagen um knapp 17 Terawattstunden (TWh) auf etwa 204 TWh prognostiziert. Dieser Anstieg spiegele vor allem den Ausbau der Windenergie an Land und auf See wider, heißt es.

Prognostizierte Deckungslücke im Jahr 2018 bei 25,6 Mrd. €

Abzüglich der prognostizierten Börsenerlöse ergibt sich für das Jahr 2018 eine prognostizierte Deckungslücke von etwa 25,6 Mrd. €. Dies entspricht in der EEG-Umlage 2018 einem Anteil von etwa 7,3 ct/kWh als so genannte Kernumlage. Sie betrug im Jahr 2017 etwa 7 ct/kWh.

Copy-of-Entwicklung-EEG-Umlage
Quelle: EUWID

Von der Kernumlage entfallen 2,7 ct/kWh auf Photovoltaik, 1,8 ct/kWh auf Energie aus Biomasse, 1,6 ct/kWh auf Windenergie an Land und etwa 1,0 ct/kWh auf Windenergie auf See. In die finale Umlageberechnung fließen zusätzlich der aktuelle Stand des EEG-Kontos sowie die so genannte Liquiditätsreserve ein.

EEG-Konto Ende September mit 3,3 Mrd. € im Plus

Das EEG-Konto war zum 30. September 2017 mit 3,3 Mrd. € im Plus. Die positive Deckung des EEG-Kontos 2017 senkt die EEG-Umlage 2018 rechnerisch um knapp ein Cent pro Kilowattstunde. Die Liquiditätsreserve soll Schwankungen auf dem EEG-Konto und deren Auswirkungen auf die EEG-Umlage abfedern. Die Schwankungen ergeben sich aus Abweichungen zwischen der Prognose und der tatsächlichen Einspeisung aus erneuerbaren Energien. Unter Berücksichtigung des positiven Kontostands wird die Liquiditätsreserve mit 6 Prozent angesetzt, bezogen auf die prognostizierte Deckungslücke. Sie liegt 2018 bei gut 1,5 Mrd. €. Damit erhöht die Liquiditätsreserve die EEG-Umlage um etwa 0,4 ct/kWh.

Zusammen mit der EEG-Umlage haben die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber die EEG-Mittelfristprognose („EEG-Vorschau“) veröffentlicht. Sie beinhaltet die wahrscheinliche Entwicklung der Einspeisung aus regenerativen Stromerzeugungsanlagen nach dem EEG für die nächsten fünf Jahre. Gemäß den gesetzlichen Vorgaben werden unter anderem Prognosedaten zur installierten Leistung, der eingespeisten Jahresarbeit, der an die Anlagenbetreiber auszuzahlenden finanziellen Förderung sowie zum Letztverbraucherabsatz veröffentlicht. Für das Jahr 2022 wird eine installierte Leistung erneuerbarer Energiequellen von knapp 135 Gigawatt (GW) erwartet, wovon etwa 93 Prozent auf Solar – und Windenergie (Solar über 53 GW und Wind knapp 72 GW) entfallen.

Mittelfristprognose: Stromproduktion aus Erneuerbaren steigt bis 2020 auf 249 TWh

Die prognostizierte Jahresarbeit liegt für das Jahr 2022 bei rund 249 TWh. Dabei wird davon ausgegangen, dass 2022 rund 17 Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (rund 42 TWh) die feste Einspeisevergütung nach § 21 EEG 2017 in Anspruch nehmen wird. Hierfür sind Einspeisevergütungen in Höhe von knapp 11,3 Mrd. € an die Anlagenbetreiber zu zahlen.

Zusätzlich wird mit prognostizierten Erzeugungs- mengen von rund 190 TWh aus Anlagen in der geförderten Direktvermarktung sowie mit den auf diese Erzeugungsmengen entfallenden Prämienzahlungen von 17,4 Mrd. € gerechnet. Des Weiteren werden Zahlungen in Form von Flexibilitätsprämie bzw. Flexibilitätszuschlag für Biomasseanlagen in Höhe von 0,2 Mrd. € abgeschätzt. Außerdem werden für 2022 rund 12,04 TWh für weitere Formen der Direktvermarktung sowie 5,5 TWh an Erzeugung prognostiziert, die direkt vor Ort ver- braucht werden.

ÜNB: Netto-Strombedarf sinkt bis 2022 auf 511 TWh

Nach Einschätzung der Gutachter wird der Netto-Strombedarf bis zum Jahr 2022 auf knapp 511 TWh zurückgehen. Im Rahmen der Vorschau wird mit einer leichten Zunahme von 2018 bis 2022 an umlagefreiem bzw. privilegiertem Eigenverbrauch von insgesamt rund 2,2 TWh gerechnet. Die Strommengen, die der besonderen Ausgleichsregelung nach EEG unterfallen, sinken von rund 115 TWh im Jahr 2018 auf knapp 113 TWh im Jahr 2022. Bedingt durch verschiedene Effekte (z.B. Effizienzmaßnahmen) vermindert sich der nicht privilegierte Letztverbrauch im Jahr 2022 gemäß Prognose auf rund 329 TWh.

 

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