Die EEG-Umlage sinkt im Jahr 2019. Schon wieder, denn auch 2018 liegt der Umlagesatz unter dem Niveau des Vorjahrs. Wesentlicher Grund für die Entwicklung: Die Strompreise im Großhandel sind gestiegen. Und ein Grund dafür ist der Anstieg der Preise für Emissionszertifikate im europäischen Handel. Endlich zeige der Emissionshandel seine Lenkungswirkung, merkt  die Erneuerbaren-Branche an.

Dass die EEG-Umlage ein Zerrbild abgibt, wenn man sie als „Preisschild der Energiewende“ interpretiert, ist auch heute noch zu wenig bekannt. Die Förderkosten werden auf die Stromverbraucher umgelegt, ein großer Block des Stromverbrauchs im industriellen Bereich wird aber ausgenommen, so dass sich die Umlage für die Letztverbraucher schon dadurch deutlich erhöht.

EEG-Umlage ein Zerrbild der „Kosten der Energiewende“

Auch führt der Mechanismus der Vermarktung dazu, dass wachsende Mengen an Ökostrom im Großhandel zu einer Preissenkung geführt haben, von der viele Akteure profitieren – aber nicht die Erneuerbaren selbst. Denn durch sinkende Großhandelspreise steigt der Abstand zur Vergütung und die Erneuerbaren wirken plötzlich „teurer“, da die EEG-Differenzkosten steigen. Völlig aus dem Blick gerät bei entsprechenden “Preisschild”-Interpretationen der EEG-Umlage, dass Neuanlagen ohnehin nur noch einen Bruchteil der Förderzusagen erhalten wie ältere Bestandsanlagen.

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Interessanterweise wird jetzt, da die Großhandelspreise steigen, häufig eine andere Argumentationslinie verfolgt als in den Jahren steigender EEG-Umlagesätze. Seinerzeit wurden Strompreisanstiege oft mit den „Kosten des Ausbaus der Erneuerbaren“ und dem Anstieg der EEG-Umlage begründet. Nun heißt es, dass die EEG-Umlage zwar sinke, dafür stiegen aber die Beschaffungskosten sowie andere Umlagen stiegen, so dass die Strompreise in der Tendenz auch nicht sinken.

Netzbetreiber rechnen mit rund fünf Prozent Wachstum bei der EEG-Leistung in den kommenden Jahren

Hintergründe der Kalkulation der Übertragungsnetzbetreiber und die Reaktionen auf die Bekanntgabe des Umlagesatzes für 2019 sind Thema des Titelbereichs der jetzt erschienenen Ausgabe 42/2018 von EUWID Neue Energie. Die Berechnungen und Mittelfristprognosen zeigen, dass die Netzbetreiber in den kommenden Jahren mit einem Wachstum der installierten Leistung von EEG-Anlagen in einer Größenordnung von rund fünf Prozent im Jahr rechnen.

Mehr Dynamik scheint gegenwärtig angesichts der quälenden politischen Debatten innerhalb der großen Koalition zum Thema „Sonderausschreibungen“ kaum vorstellbar zu sein. Baustellen, an denen es Fortschritte erforderlich sind, finden sich in ausreichender Zahl. Etwa mit Blick auf die wachsende Zahl an Genehmigungshemmnissen und Widerständen rund um den Ausbau der Windenergie.

Offen bleibt auch die Frage, was mit den bestehenden EEG-Anlagen geschieht, wenn ihre individuelle Förderung ausläuft. Welche Rolle hier Energiespeicher spielen können, hat der Bundesverband Energiespeicher (BVES) in einem Beitrag für EUWID im Rahmen der Serie zu Post-EEG-Anlagen zusammengefasst.

Digitalabonnenten von EUWID Neue Energie können die gesamten EUWID-Recherchen rund um den Themenkomplex Post-EEG unter www.euwid-energie.de abrufen. Der Titel des Dossiers lautet: „Was mache ich mit meiner EEG-Anlage nach dem Ende der Förderzeit?“.

3 Topthemen dieser Woche:

3. Nächste Runde in der Serie zu Post-EEG-Anlagen:

Welche Rolle spielen Energiespeicher, wenn die EEG-Förderung ausläuft?

2. Nächste Runde der Biomasse-Ausschreibungen im Fokus

Enervis rechnet mit steigenden Angeboten bei Biomasse-Ausschreibungen

1. Nächste Runde im Streit über EEG-Sonderausschreibungen

EEG-Sonderausschreibungen: Noch kein Ende des Streits in der Koalition erkennbar

 

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